24,3 Milliarden Euro aus Klimafonds fehlgeleitet – nur 1,3 Milliarden für Investitionen genutzt
Türkan MargrafEder wirft CDU und SPD vor, Versprechen zum Sonderfonds zu brechen - 24,3 Milliarden Euro aus Klimafonds fehlgeleitet – nur 1,3 Milliarden für Investitionen genutzt
Ein neuer Bericht zeigt auf, dass fast das gesamte Geld der 24,3 Milliarden Euro, die 2025 aus Deutschlands Sondervermögen für Klimaneutralität und Infrastruktur (SVIK) geliehen wurden, nicht für den vorgesehenen Zweck verwendet wurde. Studien des ifo Instituts und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln belegen, dass 95 Prozent der Mittel stattdessen genutzt wurden, um Haushaltslücken im regulären Bundeshaushalt zu stopfen – anstatt neue Investitionen zu finanzieren. Kritiker, darunter Oppositionspolitiker, sprechen inzwischen von einem "schuldenfinanzierten Taschenspielertrick", der das Vertrauen der Bevölkerung in die staatlichen Finanzen untergrabe.
Laut der Analyse des ifo Instituts flossen von den 24,3 Milliarden Euro aus dem SVIK nur 1,3 Milliarden Euro in echte Neuinvestitionen – ein minimaler Anstieg gegenüber dem Vorjahr 2024. Der Großteil der Gelder wurde stattdessen genutzt, um bestehende Ausgaben wie Verkehrszuschüsse aus dem Kernhaushalt in den Sonderfonds zu verlagern. Das IW Köln bestätigte diese Erkenntnisse und schätzte, dass 86 Prozent der Mittel fehlgeleitet wurden. Zudem seien nur 42 Prozent der geplanten SVIK-Gelder überhaupt abgerufen worden. Beide Institute kritisierten zudem das Fehlen einer wirksamen Kontrolle über die Verwendung der Mittel.
Die Bundesregierung hat bisher keine detaillierte Aufschlüsselung vorgelegt, die zeigt, welche konkreten Beträge oder Projekte mit den SVIK-Krediten finanziert wurden. Katrin Eder, Spitzenkandidatin der Grünen in Rheinland-Pfalz, warf der regierenden CDU/SPD-Koalition vor, ihre Versprechen zur Verwendung des Fonds gebrochen zu haben. Eine solche "Verschwendung" untergrabe das Vertrauen der Bürger in die Finanzentscheidungen des Bundes, so Eder.
Daniela Schmitt, Spitzenkandidatin der FDP und Wirtschaftsministerin in Rheinland-Pfalz, schloss sich der Kritik an. Sie bestätigte die Erkenntnisse der Institute und verurteilte die Zweckentfremdung der Gelder. Eine Regierungssprecherin verteidigte unterdessen das SVIK und betonte, es sei eigens geschaffen worden, um zusätzliche Investitionen in Klimaschutz und Infrastruktur zu fördern. Dennoch zeigen sich Grünen und FDP – die in Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der SPD regieren – einig in ihrer Ablehnung der bisherigen Handhabung des Fonds.
Die Kontroverse offenbart eine klare Diskrepanz zwischen den ursprünglichen Zielen des Sondervermögens und seiner tatsächlichen Nutzung. Da nur ein Bruchteil der geliehenen Mittel in neue Investitionen floss, wächst der Druck auf die Bundesregierung, die Ausgaben offen zu legen und für mehr Transparenz zu sorgen. Die Erkenntnisse werfen zudem Fragen zu künftigen Kreditaufnahme-Praktiken und der Kontrolle über Sondervermögen auf.






