Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach teurer Sanierung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Franz-Xaver OderwaldBahnstrecke Hamburg–Berlin nach teurer Sanierung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach teurer und verzögerter Sanierung wieder in Betrieb
Die Strecke zwischen Hamburg und Berlin ist nach einer kostspieligen und mit Verzögerungen belasteten Sanierung wiedereröffnet worden. Das Projekt, das Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms ist, sah sich mit Rückschlägen durch Extremwetter und technische Probleme konfrontiert. Reisende hatten monatelang mit Einschränkungen und Umleitungen zu kämpfen.
Die Arbeiten an der Verbindung Hamburg–Berlin begannen im Rahmen eines größeren Plans, Dutzende Strecken bis Mitte der 2030er-Jahre zu modernisieren. Ziel war es, nach Abschluss jahrelange größere Baustellen zu vermeiden. Doch die Installation des neuen europäischen Zugsicherungssystems (ETCS) war nicht möglich – eine weitere Vollsperrung wird daher in fünf bis zehn Jahren nötig sein.
Strenge Winterbedingungen verschärften die Verzögerungen. Anhaltender Frost im Januar und Februar brachte die Bauarbeiten zum Erliegen. In der Folge wurden Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Reisezeiten verlängerte. Regionalreisende mussten monatelang auf Schienenersatzverkehr mit Bussen ausweichen.
Die Strecke ging schließlich Mitte Juni wieder in Betrieb – mit sechs Wochen Verspätung. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 2,7 Milliarden Euro, wobei der gesamte Reservefonds in Höhe von 300 Millionen Euro aufgebraucht wurde. Doch auch nach der Wiedereröffnung gab es weitere Probleme: Aufzüge fielen aus, und Züge fielen aus dem Takt.
Die nun wieder befahrbare Strecke nimmt nach monatelangen Behinderungen und Kostenüberschreitungen den Betrieb auf. Ohne das ETCS-System steht jedoch innerhalb eines Jahrzehnts eine erneute längere Sperrung bevor. Fahrgäste und Betreiber müssen sich weiterhin auf Herausforderungen auf dieser Strecke einstellen.
