Berenberg Bank erlebt radikalen Führungswechsel nach BaFin-Eingriff
Türkan MargrafBerenberg Bank erlebt radikalen Führungswechsel nach BaFin-Eingriff
Führungswechsel bei Berenberg Bank nach Eingriff der BaFin
Die Hamburger Privatbank Berenberg steht vor einem umfassenden Führungswechsel, nachdem die deutsche Finanzaufsicht BaFin den gesamten Vorstand abberufen hat. Der Schritt folgt auf mutmaßliche Verstöße gegen die Unternehmensführung – Kunden waren von den Vorfällen jedoch nicht betroffen. Trotz der Turbulenzen rechnet die Bank weiterhin mit starken Finanzkennzahlen in den kommenden Jahren.
Die BaFin hat mit Dr. Hans-Walter Peters und Michael Horf zwei Sonderbeauftragte eingesetzt, die die Bank vorübergehend leiten sollen. Peters übernimmt die Verantwortung für den Bereich Märkte und Kundenservice, während Horf die Post-Trade-Dienstleistungen steuert. Auslöser für das Einschreiten der Aufsichtsbehörde waren undurchsichtige Markttransaktionen sowie mangelnde Transparenz während der Ermittlungen.
Laut BaFin waren von den Vorwürfen ausschließlich interne Abläufe betroffen – das Kundengeschäft blieb unberührt, und es gab keine finanziellen Nachteile für Anleger. Trotz des Führungswechsels bleiben die operative Geschäftsführung, die strategische Ausrichtung und die Arbeitsplätze unverändert. Laura Janssens führt weiterhin die Investmentbanking-Sparte, und Frederik Gottlob bleibt Chef des Bereichs Firmenkunden, Vermögensverwaltung und Asset Management.
Finanziell blickt die Berenberg Bank optimistisch in die Zukunft: Für 2025 wird ein Jahresüberschuss von rund 20 Millionen Euro erwartet. Die Prognosen für das erste Halbjahr 2026 fallen mit geschätzten 40 Millionen Euro Gewinn noch positiver aus.
Zwar hat das Image der Bank unter den Governance-Problemen gelitten, doch die wirtschaftliche Perspektive bleibt stabil – der Tagesgeschäft läuft ohne Beeinträchtigungen weiter. Die neue Führung steht nun vor der Aufgabe, das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen und gleichzeitig die Geschäftskontinuität zu sichern.






