Berliner Förderskandal führt zu Machtwechsel in der Kulturverwaltung
Türkan MargrafBerliner Förderskandal führt zu Machtwechsel in der Kulturverwaltung
In Berlins Kulturverwaltung steht ein Wechsel an der Spitze bevor: Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag von ihrem Amt zurück. Stefan Evers, der derzeitige Finanzsenator, übernimmt nun bis zur Landtagswahl im September 2023 sowohl das Finanz- als auch das Kulturressort. Seine Ernennung folgt auf einen Förderskandal, der zum Rücktritt Wedl-Wilsons führte.
Auslöser der Affäre war ein Bericht des Berliner Rechnungshofs, der aufgedeckt hatte, dass 2,6 Millionen Euro für 13 Projekte zur Antisemitismusprävention rechtswidrig bewilligt worden waren. Dieser Befund führte unmittelbar zum Rückzug Wedl-Wilsons als Kultursenatorin.
Ursprünglich galt Thomas Heilmann (CDU) als favorisierter Nachfolger. Doch bei einer Abendsitzung am Dienstag entschieden sich die CDU-Kreisvorsitzenden stattdessen für Stefan Evers. An der Diskussion nahm auch Berlins Regierender Bürgermeister und CDU-Landesvorsitzender Kai Wegner teil.
Evers, der für seine finanzpolitische Expertise und sein großes kulturelles Engagement bekannt ist, ist bereits in zentrale Verhandlungen eingebunden – darunter die Vereinbarung zur Hauptstadtfinanzierung. In seiner Doppelfunktion wird er beide Ressorts bis zur anstehenden Wahl leiten.
Die Ernennung fällt in eine kritische Phase für Berlins Kulturbereich. Evers muss nun die Folgen des Förderskandals bewältigen, während er gleichzeitig seine finanziellen Verantwortungen wahrnimmt. Die Entscheidung sichert bis zur Wahl im September 2023 Kontinuität in der Führung.






