19 April 2026, 18:25

Brandenburg an der Havel wird zum Standort für autonome Drohnenabwehrsysteme

Zwei Männer in blauen Uniformen und Helmen arbeiten an einem großen Drohnenmodell, halten verschiedene Gegenstände und haben eine Plastikabdeckung auf dem Boden.

Brandenburg an der Havel wird zum Standort für autonome Drohnenabwehrsysteme

Neues Joint Venture bringt autonome Drohnenabwehrsysteme nach Brandenburg an der Havel

Ein neues Gemeinschaftsunternehmen wird in Brandenburg an der Havel autonome Systeme zur Drohnenabwehr produzieren. Beteiligt sind HD Advanced Technologies (HDAT), eine Tochtergesellschaft der Heidelberger Druckmaschinen AG, sowie das amerikanisch-israelische Sicherheitsunternehmen OAS. Die Produktion soll im bestehenden Heidelberg-Werk erfolgen, das seit 1991 in der Stadt ansässig ist.

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Das Brandenburger Werk beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter und bietet Ausbildungsplätze in den Bereichen Industriemechanik und Mechatronik an. Künftig wird sich der Standort auf die Herstellung und den Vertrieb von Drohnenabwehrtechnologie konzentrieren. Eric Brock, CEO von Ondas, betonte die wachsende Notwendigkeit in Europa, kritische Infrastruktur vor drohnenbasierten Bedrohungen zu schützen.

Die Systeme sollen zunächst in Deutschland und der Ukraine vermarktet werden, bevor eine Expansion in andere EU-Länder folgt. Bürgermeister Daniel Keip unterstützt die Initiative und sieht darin eine Stärkung des industriellen Standorts der Stadt. Doch das Vorhaben stößt auch auf Kritik.

Heidi Hauffe, Vorsitzende des lokalen BSW-Verbands, verurteilte die Umstellung auf Rüstungsproduktion und warnte vor Risiken für die Zukunft Brandenburgs. Der BSW-Landesabgeordnete Andreas Kutsche bezeichnete solche Investitionen als "totes Kapital". Unterdessen kritisierte der Anwohner Dominik Mikhalkevich die Abhängigkeit der Stadt von der Kriegswirtschaft und forderte stattdessen mehr zivile Entwicklungen – insbesondere im vernachlässigten Stadtteil Hohenstücken.

Das Joint Venture wird seine Arbeit in Brandenburg an der Havel aufnehmen und das langjährige Heidelberg-Werk umwidmen. Während die Stadtführung wirtschaftliche Vorteile sieht, hinterfragen Gegner die langfristigen Auswirkungen auf die lokale Gemeinschaft. Die ersten Drohnenabwehrsysteme sollen in den kommenden Monaten in Deutschland und der Ukraine eingesetzt werden.

Quelle