Celle diskutiert: Wie Extremismus auf TikTok Jugendliche beeinflusst
Türkan MargrafCelle diskutiert: Wie Extremismus auf TikTok Jugendliche beeinflusst
Veranstaltung in Celle thematisiert wachsenden Einfluss extremistischer Inhalte in sozialen Medien
Eine kürzliche Veranstaltung in Celle setzte sich mit der zunehmenden Verbreitung extremistischer Inhalte auf Social-Media-Plattformen auseinander. Organisiert vom Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen lag der Fokus darauf, junge Menschen über die Gefahren vereinfachter und emotional aufgeladener politischer Beiträge aufzuklären. An der Veranstaltung nahmen Schülerinnen und Schüler von drei örtlichen Schulen teil, ebenso wie Lehrkräfte und Sozialarbeiter:innen.
Die unter dem Titel "Extremismus auf TikTok und anderen Plattformen" stehende Veranstaltung sollte zeigen, wie extremistische Gruppen soziale Medien für ihre Zwecke instrumentalisieren. Der Medienpädagoge Sebastian Zollner erläuterte die Funktionsweisen dieser Plattformen und die Strategien, mit denen spaltende Inhalte verbreitet werden. Er warnte davor, dass politische Beiträge oft auf seriöse Quellen verzichten und gezielt starke emotionale Reaktionen hervorrufen sollen.
Die Nutzung sozialer Medien durch Jugendliche in Niedersachsen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Laut der JIM-Studie 2025 stieg der tägliche TikTok-Konsum bei 14- bis 17-Jährigen von 45 Prozent im Jahr 2021 auf 78 Prozent im Jahr 2025. Ähnliche Kurzvideo-Plattformen wie Instagram Reels oder YouTube Shorts erreichen mittlerweile über 90 Prozent dieser Altersgruppe. Der stärkste Anstieg erfolgte während der Pandemie, doch das hohe Nutzungsniveau hält seitdem unverändert an.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch über Gegenrede und verantwortungsvolles Verhalten im Netz diskutiert. Beteiligt waren Schüler:innen der KAV, des Ernestinums und der OBS Welfenallee sowie Pädagog:innen und Sozialarbeiter:innen. Die Organisator:innen bedankten sich bei den Teilnehmenden für ihr Engagement und die aktiven Beiträge zur Diskussion.
Die Veranstaltung unterstrich die Notwendigkeit, das Bewusstsein für extremistische Inhalte in sozialen Medien zu schärfen. Da Plattformen wie TikTok fest im Alltag junger Menschen verankert sind, setzen sich Bildungsinstitutionen und Behörden für eine kritischere und informiertere Mediennutzung ein. Für weitere Auskünfte steht Christian Riebandt von der Polizeiinspektion Celle zur Verfügung.






