21 March 2026, 04:26

Dierfelds perfekte Wahlbeteiligung: Wie acht Wähler Demokratie leben

Altes deutsches Reiseplakat aus den 1930er Jahren, das eine kleine Bergstadt mit Häusern, Bäumen, einer gewundenen Straße und Text zeigt.

Dierfeld verzeichnet 100-prozentige Wahlbeteiligung - Dierfelds perfekte Wahlbeteiligung: Wie acht Wähler Demokratie leben

Dierfeld, die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, hat bei der Landtagswahl eine perfekte Wahlbeteiligung verzeichnet. Mit nur acht wahlberechtigten Einwohnern haben alle ihre Stimmen per Briefwahl abgegeben – und damit für eine vollständige Beteiligung gesorgt. Das winzige Dorf, in dem gerade einmal 15 Menschen leben, musste sich mit einer Nachbargemeinde zusammenschließen, um die Wahlgeheimhaltung nach den Wahlvorschriften zu gewährleisten.

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Die acht Wähler aus Dierfeld schickten ihre Stimmzettel per Post, die der Bürgermeister einsammelte und anschließend nach Manderscheid weiterleitete. Die beiden Gemeinden bildeten einen gemeinsamen Wahlbezirk, da das Wahlrecht vorsieht, dass eine Wahlurne mindestens 30 Stimmen enthalten muss, um die Anonymität zu schützen. Ohne diese Kooperation wären die Stimmen aus Dierfeld zu wenige gewesen, um die Geheimhaltung der Wahlentscheidung zu garantieren.

Zwischen Wäldern und Feldern gelegen, bewahrt Dierfeld trotz seiner Winzigkeit eine sture Eigenständigkeit. Das Dorf verfügt über eine eigene Kapelle, einen Friedhof und eine Geschichte, die eng mit der Familie von Greve verbunden ist. Diese erwarb das lokale Gut Anfang des 20. Jahrhunderts – der Besitz blieb über Generationen in Familienhand und verleiht dem Ort bis heute einen stillen Charme.

Doch Dierfeld blickt nicht nur auf Wahlen, sondern auch in die Zukunft. Geplant ist ein 15 Hektar großes Solarfeld, das die erneuerbaren Energien vorantreiben und lokale gemeinnützige Projekte finanzieren soll. Die Initiative zeigt, wie sehr sich das Dorf – dessen Einwohnerzahl kaum ein Klassenzimmer füllen würde – engagiert, um aktiv zu bleiben.

Mit seiner geringen Größe steht Dierfeld nicht allein da. In ganz Rheinland-Pfalz zählen rund 140 der 2.300 Gemeinden weniger als 100 Einwohner. In der Nähe liegen etwa Hamm (16 Einwohner) und Keppeshausen (17 Einwohner), die zu den kleinsten Orten im Eifelkreis Bitburg-Prüm gehören.

Der Wahlprozess in Dierfeld unterstreicht die Herausforderungen der Demokratie in Deutschlands kleinsten Dörfern. Durch die Partnerschaft mit Manderscheid sicherte die Gemeinde, dass jede Stimme geheim blieb und zählte. Nun, mit dem geplanten Solarfeld am Horizont, verbindet das Dorf Tradition mit dem Streben nach einer nachhaltigen Zukunft.

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