Droht Deutschlands größte Jugend-Reha-Klinik für Suchtkranke die Schließung?
Türkan MargrafDroht Deutschlands größte Jugend-Reha-Klinik für Suchtkranke die Schließung?
Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn: Deutschlands größte Reha-Einrichtung für suchtkranke Jugendliche droht zum 30. Juni die Schließung
Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn, Deutschlands größte Rehabilitationseinrichtung für junge Menschen mit Suchtproblemen, steht vor der Schließung zum 30. Juni. Bis zum 10. Mai muss eine Finanzierungslösung gefunden werden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Andernfalls droht die Einrichtung zu schließen – nachdem sie diesen Schritt im vergangenen Jahr nur knapp abwenden konnte.
Die Klinik ist spezialisiert auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Suchterkrankungen. Aktuell stellt sie 60 der bundesweit 85 speziellen Reha-Plätze für Minderjährige bereit. Da es nur drei solche Einrichtungen in ganz Deutschland gibt, ist ihre Rolle von zentraler Bedeutung.
Die finanziellen Schwierigkeiten rühren von ihrem intensiven Betreuungsmodell her, das deutlich mehr kostet als der aktuelle Tagessatz von 320 Euro pro Patient. Die tatsächlichen Ausgaben liegen um 70 Prozent höher, was die Einrichtung stark belastet. Bereits jetzt gilt ein Aufnahme-Stopp, und ohne eine Zusage zur Fortführung droht die Klinik leerzulaufen. Ein späterer Neuanfang wäre aufgrund der langwierigen Bewerbungs- und Aufnahmeverfahren kaum möglich.
Die Leinerstift Gruppe, Träger der Klinik, hat ein neues Versorgungsmodell vorgeschlagen, das von den gesetzlichen Krankenkassen, der Landesregierung Niedersachsens und den Jugendhilfediensten getragen werden soll. Dieser Plan wurde jedoch in den jüngsten Verhandlungen nicht abschließend beraten. Die Deutsche Rentenversicherung bestreitet den Bedarf an weiteren Reha-Plätzen und verweist darauf, dass bundesweit 450 Plätze zur Verfügung stünden – eine Zahl, die weit über der aktuellen Spezialkapazität für Minderjährige liegt.
Falls bis zum 10. Mai keine Einigung erzielt wird, muss die Bonhoeffer-Klinik Ende Juni ihre Türen schließen. Der Verlust würde fast drei Viertel der Reha-Plätze für suchtkranke Jugendliche in Deutschland wegfallen lassen. Die Zukunft der Einrichtung hängt nun davon ab, in den kommenden Wochen eine nachhaltige Finanzierungsvereinbarung zu treffen.






