EU-Streit um Methanregeln: Deutschland blockiert mit 12 Ländern gegen Brüsseler Pläne
Bekir KochEU-Streit um Methanregeln: Deutschland blockiert mit 12 Ländern gegen Brüsseler Pläne
Die Europäische Kommission gerät unter Druck, ihre Methanemissionsvorschriften für importiertes Öl und Gas anzupassen. Mehrere EU-Regierungen, darunter Deutschland, wehren sich gegen die geplanten Regelungen. Die Debatte entzündet sich zu einer Zeit, in der die Energiemärkte bereits durch geopolitische Verwerfungen belastet sind.
Deutschland hat sich mit 12 weiteren EU-Ländern gegen die Methanvorgaben der Union gestellt. Berlin warnte, die Verordnung könnte ab 2027 die Einfuhren von Erdölprodukten – darunter auch Kerosin – einschränken. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche betonte, es brauche mehr Zeit, um die Versorgung mit Gas und Erdölprodukten zu sichern.
Auch externe Energieferlieferanten üben Kritik an den Plänen. Die USA warnten, das Gesetz könnte die Gaslieferungen in die EU beeinträchtigen. EU-Energiekommissar Dan Jorgensen hingegen beharrt darauf, die aktuellen Regelungen seien ausreichend flexibel und würden nicht neu gefasst.
Unterdessen sind die Preise für Flugtreibstoff nach der Sperrung der Straße von Hormus stark angestiegen. Airlines streichen unwirtschaftliche Strecken, da die Spritkosten in die Höhe schnellen. Importierte Treibstoffe aus dem Nahen Osten decken etwa 20 Prozent des europäischen Bedarfs an Kerosin ab – die Versorgungssicherheit ist damit für Fluggesellschaften, Raffinerien und Regierungen ein zentrales Thema.
Nun sollen EU-Minister über einen Vorschlag von 12 Mitgliedstaaten beraten, die Methanregeln um drei Jahre zu verschieben. Parallel arbeitet die Kommission an Plänen, Strafen für Unternehmen zu erlassen, die gegen die Vorschriften verstoßen – ein Kompromiss zwischen Klimazielen und praktischen Erfordernissen.
Die Methanvorschriften der EU bleiben umstritten, während die Mitgliedstaaten Aufschübe und Ausnahmen fordern. Steigende Kerosinpreise und Lieferkettenengpässe verschärfen die Dringlichkeit der Debatte. Das Ergebnis wird die Energieimporte Europas und seine Klimaverpflichtungen in den kommenden Jahren prägen.
