24 June 2026, 20:17

FDP-Streit eskaliert: Warum ein Interview die Partei spaltet

Ex-FDP-Justizminister nennt JF 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert: Warum ein Interview die Partei spaltet

In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist eine Debatte entbrannt, nachdem ein Interview an das rechtsextreme Medium Junge Freiheit gegeben wurde. Die Kontroverse hat Kritik von Parteimitgliedern ausgelöst und dazu geführt, dass eine geplante Podiumsdiskussion abgesagt wurde.

FDP-Generalsekretär Martin Hagen verteidigte die Entscheidung, mit der Jungen Freiheit zu sprechen. Er argumentierte, das Blatt sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Gleichzeitig betonte Hagen, dass die Partei keine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) anstrebe.

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Die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, eine linksliberale Stimme in der FDP, verurteilte das Interview scharf. Sie warnte davor, dass der Dialog mit der Jungen Freiheit die AfD salonfähig machen könnte. Hagen äußerte später, die Gesellschaft habe während der Amtszeit von Angela Merkel „verlernt, zu streiten“.

Die frühere Staatssekretärin Sabine Döring zog sich unterdessen von einer FDP-veranstalteten Podiumsdiskussion zurück. Ihre Entscheidung folgte auf Kritik an der gewählten Debattenplattform. FDP-Vorstandsmitglied Susanne Seehofer hingegen unterstützte das Interview und unterstrich die Bedeutung eines Dialogs jenseits politischer Echokammern. Das Magazin Der Spiegel bezeichnete den Schritt als Überschreitung einer „journalistischen Brandmauer“.

Der Streit offenbart die Spaltungen innerhalb der FDP beim Umgang mit rechtsextremen Medien. Während Hagen das Interview verteidigt, fürchten andere Parteimitglieder, damit extremistische Positionen aufzuwerten. Die Debatte bleibt vorerst ungelöst – eine Zusammenarbeit zwischen FDP und AfD ist nicht geplant.

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