Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel
Franz-Xaver OderwaldHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zu ihrer neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Schritt für die Zeitung. Ab dem 1. Januar 2027 wird sie als erste Frau in den vierköpfigen Herausgeberrat der FAZ einziehen. Ihre Berufung markiert einen weiteren Meilenstein in der langfristigen Abkehr des Blattes von seiner traditionell konservativen Ausrichtung.
Bubrowskis Karriere bei der FAZ umfasst Jahre als politische Redakteurin und Berlin-Korrespondentin. Sie berichtete über Rechtspolitik und die Grünen, deren Aufstieg sie oft als Prozess der „Professionalisierung“ und „Reifung“ darstellte. Ihre Berichterstattung spiegelte eine aufgeschlosseneren Haltung gegenüber linksgerichteter Politik wider – im Einklang mit der sich wandelnden Linie der Zeitung.
Die schrittweise Hinwendung der FAZ zu einer eher linksliberalen Position – intern als VerTAZung bezeichnet – begann nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014. Mit Bubrowskis Ernennung festigt sich eine Mehrheit im Herausgeberrat, zu der auch Carsten Knop und Jürgen Kaube zählen, die maßgeblich die ideologische Neuausrichtung der Zeitung prägen.
Zu ihren Referenzen zählt der Theodor-Wolff-Preis, den sie für einen FAZ-Essay mit dem Titel Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttäte erhielt. Die Auszeichnung unterstreicht ihren Einfluss als Kommentatorin und ihre Rolle bei der Veränderung der redaktionellen Stimme des Blattes.
Bubrowskis Aufstieg besiegelt den Wandel der FAZ hin zu einer stärker linksliberalen Position. Als erste Frau in der Funktion der Mitverlegerin gehört sie nun zu einem Führungsteam, das mit klarer Mehrheit die Zukunft der Zeitung gestaltet. Die Entwicklung spiegelt breitere Veränderungen in den deutschen Medien und die eigene redaktionelle Identität der FAZ wider.






