Kemptens historischer Machtwechsel: Freie Wähler stürzen CSU nach 30 Jahren
Franz-Xaver OderwaldKemptens historischer Machtwechsel: Freie Wähler stürzen CSU nach 30 Jahren
Kempten wählt nach drei Jahrzehnten erstmals einen neuen Oberbürgermeister
Christian Schoch von den Freien Wählern hat die Stichwahl für sich entschieden und damit die jahrzehntelange Vorherrschaft der CSU an der Spitze der Stadt beendet. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,6 Prozent, Schoch sicherte sich eine klare Mehrheit gegen seinen Kontrahenten.
Die Stichwahl war notwendig geworden, nachdem im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hatte. Schoch erhielt 55 Prozent der Stimmen, während Amtsinhaber Thomas Kiechle (CSU) auf 45 Prozent kam. Das Ergebnis markiert einen Einschnitt in der politischen Landschaft Kemptens, wo die CSU seit 1996 ununterbrochen das Oberbürgermeisteramt innehatte.
Das politische Klima in Kempten hat sich bereits seit Jahren gewandelt. Nach dem Ende der CSU-Dominanz ab 1996 gewannen Parteien wie SPD, Grüne und FDP schrittweise mehr Sitze im Stadtrat. Bis zur Kommunalwahl 2024 verschärfte sich der Wettbewerb – insbesondere Grüne und SPD konnten ihre Vertretung deutlich ausbauen. Dennoch blieb die CSU bis zu Schochs Sieg die prägende Kraft und hielt das Oberbürgermeisteramt 30 Jahre lang.
Schochs Erfolg leitet eine neue Ära für die Kemptener Kommunalpolitik ein. Nach Jahrzehnten unter CSU-Führung übernimmt nun die Partei der Freien Wähler die Stadtspitze. Angesichts der sich verändernden politischen Kräfteverhältnisse und des wachsenden Wettbewerbs dürfte sich die Machtbalance im Stadtrat in den kommenden Jahren weiter verschieben.






