Klimaforscher Edenhofer warnt vor fossilen Tricks der Ölstaaten vor UN-Gipfel
Franz-Xaver OderwaldKlimaforscher Edenhofer warnt vor fossilen Tricks der Ölstaaten vor UN-Gipfel
Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, warnt vor einem schweren Rückschlag bei den weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels. Er kritisierte erdöl- und erdgasfördernde Staaten dafür, dass sie unter dem Deckmantel neuer Technologien die Nutzung fossiler Brennstoffe verlängern wollen. Sein Appell erfolgt vor dem nächsten UN-Klimagipfel, auf dem er einen schrittweisen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern fordert.
Edenhofer zeigte sich besorgt über die Entschlossenheit der Golfstaaten, Öl und Gas so lange wie möglich zu verkaufen. Die Debatte um die CO₂-Abscheidung und -Speicherung bezeichnete er als höchst riskant und gefährlich. Sultan Ahmed Al Jaber, der Präsident der COP28, hat zwar zugesagt, die Emissionen zu reduzieren, sich aber geweigert, ein vollständiges Ende der Nutzung fossiler Brennstoffe zuzusagen.
Das Emissionshandelssystem der EU für Gebäude und Verkehr könnte als mögliches Vorbild für Maßnahmen dienen. Edenhofer argumentiert, dass die EU und die USA sich zusammenschließen sollten, um zu verhindern, dass Exporteure neue Technologien als Rechtfertigung für die weitere Förderung fossiler Brennstoffe nutzen. Zudem schlägt er vor, die EU könnte als Nachfragekartell auf den globalen Märkten agieren, um zu verhindern, dass billigere fossile Brennstoffe Klimaschutzmaßnahmen in anderen Regionen untergraben.
Edenhofers Warnungen unterstreichen die Dringlichkeit, Schlupflöcher in der Klimapolitik zu schließen. Die bestehenden Systeme der EU könnten als Rahmen für strengere globale Regelungen dienen. Ohne abgestimmtes Handeln droht der Fortschritt bei der Reduzierung der Emissionen ins Stocken zu geraten.
