17 March 2026, 12:25

Langzeitarbeitslose zufrieden – doch die Jobchancen bleiben oft aus

Eine Liniengrafik, die Trends bei der Gesamtzahl der Arbeitslosen, Stellenangeboten und Kündigungen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Für fast jeden Zweiten ist ein Besuch beim Jobcenter sinnlos - Langzeitarbeitslose zufrieden – doch die Jobchancen bleiben oft aus

Eine aktuelle Umfrage zeigt gemischte Gefühle unter Langzeitarbeitslosen gegenüber den Arbeitsagenturen. Zwar bewerten viele die Mitarbeiter als kompetent und hilfsbereit, doch fast die Hälfte gibt an, dass die Besuche kaum etwas an ihren Jobchancen verbessern. Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland sein Sozialsystem mit strengeren Regeln ab Mitte 2026 grundlegend reformieren will.

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Die zwischen dem 15. April und 18. Juni 2025 durchgeführte Erhebung befragte über 1.000 Arbeitslose im Alter von 25 bis 50 Jahren, die seit mindestens einem Jahr Bürgergeld erhielten. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr als zwei Drittel mit der Leistung ihrer Arbeitsagentur zufrieden waren und fast drei Viertel die Mitarbeiter als fachkundig einschätzten.

Doch trotz dieser positiven Bewertungen gaben 46 Prozent der Befragten an, mit mehreren Hindernissen auf dem Weg zurück in den Beruf konfrontiert zu sein – etwa gesundheitlichen Problemen oder fehlenden Qualifikationen. Fast die Hälfte empfand zudem, dass die Termine in der Arbeitsagentur kaum einen spürbaren Einfluss auf ihre Beschäftigungschancen hätten.

Die Veröffentlichung der Umfrage fällt mit einer vom Bundestag beschlossenen Reform zusammen, die das Bürgergeld ab dem 1. Juli 2026 durch ein strengeres Grundsicherungssystem ersetzt. Die neuen Regeln zielen darauf ab, Arbeitsagenturen stärker dazu zu bewegen, Eigeninitiative bei der Stellensuche zu fördern – selbst wenn dies die Zufriedenheit mit ihrer Unterstützung verringert.

Vor der Einführung des Bürgergelds hatte sich die Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland zwischen 2018 und 2022 schrittweise verbessert. Der Anteil der seit über einem Jahr Arbeitslosen sank von etwa 55 auf unter 50 Prozent, begünstigt durch die wirtschaftliche Erholung und frühere Hartz-IV-Maßnahmen. Seit 2023 jedoch stagniert die Entwicklung oder hat sich leicht verschlechtert. Wirtschaftliche Rezession, Fachkräftemangel und Kritik an der Bürgergeld-Bürokratie halten die Langzeitarbeitslosenquote bei rund 52 Prozent – wobei nur 20 bis 25 Prozent der Bezieher innerhalb eines Jahres eine Anstellung finden.

Die Bertelsmann Stiftung schlägt vor, dass Arbeitsagenturen durch mehr Coaching, Qualifizierungsangebote und direkte Arbeitsvermittlung wirksamer werden könnten.

Die Umfrage unterstreicht die Kluft zwischen der Zufriedenheit mit den Mitarbeitern der Arbeitsagenturen und dem tatsächlichen Nutzen ihrer Unterstützung. Angesichts der bevorstehenden Sozialreformen wird sich der Fokus voraussichtlich auf gezieltere Beschäftigungsförderung verlagern. Die Änderungen sollen die anhaltenden Herausforderungen bei der Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt angehen.

Quelle