Linke distanziert sich von antisemitischen Äußerungen ihrer Jugendorganisation
Franz-Xaver OderwaldLinke distanziert sich von antisemitischen Äußerungen ihrer Jugendorganisation
Die Führung der Linken hat sich von umstrittenen Äußerungen distanziert, die Mitglieder ihrer Jugendorganisation, der Linksjugend [’solid], getätigt haben. Wie Berichte zeigen, wurden in einem internen Forum beleidigende Aussagen verbreitet, darunter antisemitische Sprache sowie Lob für autoritäre Regime.
Laut Bayerischem Rundfunk veröffentlichten Mitglieder der Linksjugend [’solid] ein Bild der israelischen Flagge mit dem Spruch „Tod Israel“. Im selben Forum wurden demnach auch Joseph Stalin, Mao Zedong und die ehemalige DDR positiv erwähnt. In anderen Diskussionen war von „israelischen Konzentrationslagern“ und einem „israelischen Völkermord im Namen des Judentums“ im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg die Rede.
Die Jugendorganisation stand bereits früher in der Kritik. So hatte sie in einer Resolution Israel als „kolonialistisches und rassistisches Staatsprojekt“ bezeichnet, und eine Sprecherin hatte den Gaza-Krieg mit dem „Holocaust“ verglichen. Die Parteivorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, betonte gegenüber Journalisten, die Partei lehne diese Äußerungen „auf das Schärfste“ ab.
Die Linke, die bundesweit rund 126.000 Mitglieder zählt, steht nun mit der Linksjugend [’solid] in Gesprächen, um die Vorwürfe zu prüfen. Auch mehrere Landespolitiker der Partei zeigten sich empört. Die Partei stellt klar, dass sie positive Bezüge auf Stalinismus, die DDR sowie antisemitische Aussagen über Israel ablehnt.
Nach den Enthüllungen fordert die Linke Konsequenzen. Die Linksjugend [’solid], die rund 14.300 aktive Mitglieder hat, könnte mit internen Maßnahmen wegen der umstrittenen Aussagen rechnen. Die Partei bleibt in ihrer Haltung unmissverständlich: Jede Form von Antisemitismus oder Verherrlichung autoritärer Regime wird abgelehnt.






