09 March 2026, 14:30

Neues Herbizid Permit soll Landwirte im Kampf gegen die Gelbe Zwenke entlasten

Ein Maisfeld in einer ländlichen Gegend, umgeben von Gras und Bäumen, mit Häusern im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Neues Herbizid Permit soll Landwirte im Kampf gegen die Gelbe Zwenke entlasten

Deutsche Landwirte erhalten neues Mittel im Kampf gegen die Gelbe Zwenke

Landwirte in Deutschland haben nun ein neues Werkzeug im Kampf gegen die Gelbe Zwenke (Cyperus esculentus), ein aggressives Unkraut, das sich zunehmend auf Ackerflächen ausbreitet. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat eine 120-tägige Notfallzulassung für das Herbizid Permit erteilt. Dieser Schritt folgt wachsenden Sorgen über die rasche Ausbreitung des Unkrauts, insbesondere in Niedersachsen, wo bereits 250.000 Hektar betroffen sind.

Die Gelbe Zwenke stellt Landwirte vor große Herausforderungen, vor allem in Mais- und Kartoffelfeldern. Sobald sie sich etabliert hat, verbreitet sie sich über unterirdische Triebe und Knollen, was eine Bekämpfung nahezu unmöglich macht. Bundesweit sind bereits über 300.000 Hektar befallen, wobei Niedersachsen am stärksten betroffen ist.

Permit, das den Wirkstoff Halosulfuron-methyl enthält, wirkt systemisch und selektiv. Es wird über Blätter und Wurzeln aufgenommen und bekämpft gezielt das Unkraut, ohne die Kulturpflanzen zu schädigen. Landwirte dürfen es mit einer maximalen Gesamtmenge von 35 g/ha einsetzen, aufgeteilt auf zwei Behandlungen in frühen Wachstumsstadien (BBCH 14 und BBCH 16). Allerdings ist der Einsatz auf drainierten Flächen aus Umweltschutzgründen (NG 405) nicht erlaubt.

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In diesem Jahr stehen 3.500 kg Permit für bis zu 100.000 Hektar zur Verfügung – mehr als das Dreifache der Menge, die 2025 für 30.000 Hektar (1.050 kg) genehmigt war. Dr. Dirk Wolber rät, Permit mit einer Vorrauflaufbehandlung zu kombinieren und bei Bedarf eine Nachauflaufanwendung folgen zu lassen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Neben der chemischen Bekämpfung empfiehlt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen auch agronomische Maßnahmen. Dazu gehören: - frühe Maisaussaat (ab Mitte April), - enge Reihenabstände (37,5–50 cm), - hohe Saatdichte (10–12 Körner/m²) sowie - gründliche Bodenbearbeitung, um Unkrautsamen zu stören. Zusätzlich sollten Brachezeiten mit Wirtspflanzen vermieden und befallene Pflanzen vor der Blüte manuell entfernt werden, um die Ausbreitung langfristig einzudämmen.

Die Notfallzulassung von Permit bietet Landwirten eine zeitlich begrenzte, aber entscheidende Lösung im Kampf gegen die Gelbe Zwenke. Mit strengen Anwendungsvorschriften und einem engen Zeitfenster müssen die Landwirte schnell handeln, um ihre Erträge zu schützen. In Kombination mit agronomischen Maßnahmen soll das Herbizid helfen, die weitere Ausbreitung des Unkrauts zu bremsen, bevor es der deutschen Landwirtschaft noch größeren Schaden zufügt.

Quelle