18 June 2026, 20:17

Opernstreit in NRW: Darf Kultur nur nach Kosten bewertet werden?

Sehr geehrter Moritz Doebler,

Opernstreit in NRW: Darf Kultur nur nach Kosten bewertet werden?

In deutschen Städten ist eine Debatte über den Wert der Oper entbrannt. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob kulturelle Einrichtungen allein nach ihren Kosten bewertet werden sollten oder nach ihrem gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Besonders umstritten ist die Düsseldorfer Oper, die Hunderte beschäftigt und die lokale Bildungslandschaft unterstützt.

Der Chefredakteur der Rheinischen Post hat sich gegen den Bau eines Opernhauses in Dortmund ausgesprochen. Seine Haltung begründet er mit den hohen Sanierungskosten in Köln. Er bewertet Kunst vor allem in wirtschaftlichen Kategorien und stellt betriebswirtschaftliche Überlegungen über die kulturelle Bedeutung.

Der Autor einer Erwiderung erinnert daran, wie der Chefredakteur in seiner Zeit bei der Weser-Kurier in Bremen kaum Interesse an kulturellen Themen zeigte. Nun kritisiert er dessen aktuelle Position scharf und warnt: Wenn sich diese Logik durchsetze, könnten Städte ihre Opernhäuser gänzlich aufgeben.

Oper, so sein Argument, fördere den Diskurs, verbinde Gemeinschaften und bereichere das städtische Leben über den materiellen Wert hinaus. Die Düsseldorfer Oper etwa beschäftige 570 Menschen und engagiere sich in Musikschulen, Bibliotheken und der Kinderbildung. Ein Chefredakteur, so der Autor, solle solche Einrichtungen verteidigen – nicht untergraben.

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Kultur lasse sich nicht auf Zahlen reduzieren, betont er. Der Verlust der Oper würde die Stadt um einen wesentlichen Teil ihrer Identität bringen. Die Debatte zeigt den Konflikt zwischen finanzieller Sachzwänge und den unbezifferbaren Vorzügen der Kunst.

Quelle