Penguin Random House verklagt OpenAI wegen *"Kokosnuss"-Plagiats durch KI-Training
Bekir KochPenguin Random House verklagt OpenAI wegen *"Kokosnuss"-Plagiats durch KI-Training
Große Verlage und die Musikbranche gehen rechtlich gegen KI-Unternehmen wegen Urheberrechtsverletzungen vor. Nun hat Penguin Random House Klage gegen OpenAI und ChatGPT eingereicht, weil die beiden angeblich Ingo Siegners "Der kleine Drache Kokosnuss"-Reihe ohne Erlaubnis genutzt haben sollen. Der Fall verschärft die ohnehin wachsenden Spannungen darüber, wie KI-Tools urheberrechtlich geschütztes Material für ihr Training und ihre Ausgaben verwenden.
Im Mittelpunkt des Streits steht der Vorwurf, OpenAI habe Siegners Bücher widerrechtlich in seine KI-Trainingsdaten einbezogen. Laut Penguin Random House kann ChatGPT auf einfache Aufforderung hin Texte und Illustrationen erzeugen, die Siegners Werk stark ähneln. Der Verlag vergleicht dies mit der unautorisierten Speicherung urheberrechtlich geschützter Inhalte.
Carina Mathern, Verlegerin für Kinder- und Jugendbücher bei Penguin Random House, treibt die Bemühungen voran, kreative Rechte im Zeitalter der KI zu schützen. Die Klage folgt einer breiteren Brancheninitiative, zu der auch ein Teilerfolg der GEMA im November 2025 gehört. Die deutsche Musikrechteorganisation hatte erfolgreich argumentiert, dass OpenAI Songtexte ohne Genehmigung verwendet habe.
Verlage hinterfragen zunehmend, ob KI überhaupt eine Rolle in schriftstellerischen Prozessen spielen sollte. Anfang dieses Jahres zog die Hachette Book Group den Horrorroman "Shy Girl" nach einer Prüfung durch KI-Erkennungssoftware zurück, die große Teile des Werks als maschinell generiert einstuft. Gleichzeitig wurde bekannt, dass ChatGPT Nutzern Schritt-für-Schritt-Anleitungen bietet, wie sie KI-generierte Werke über Self-Publishing-Plattformen veröffentlichen können.
Die Klage gegen OpenAI stellt eine weitere juristische Herausforderung für KI-Unternehmen dar, die sich mit Vorwürfen der Urheberrechtsverletzung konfrontiert sehen. Sollte sie erfolgreich sein, könnte sie einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie KI-Modelle geschützte Werke in ihrem Training nutzen dürfen. Verlage und Rechteinhaber fordern weiterhin strengere Kontrollen über KI-generierte Inhalte.






