Philipp Amthor fordert CDU zu klarem feministischem Kurswechsel auf
CDU-Politiker Philipp Amthor hat seine Partei aufgefordert, in der feministischen Debatte eine klarere Position zu beziehen. Er warnte, dass es ein strategischer Fehler sei, die Diskussion über Gleichberechtigung allein der Linken zu überlassen – damit riskiere man, wichtiges Terrain preiszugeben. Sein Appell kommt überraschend, hatte er sich doch in der Vergangenheit wiederholt gegen feministische Forderungen ausgesprochen.
Amthor vertritt seit Langem umstrittene Positionen zu Geschlechterfragen. 2019 lehnte er einen Vorschlag für eine paritätische Besetzung von Parteilisten mit Frauen und Männern ab und bezeichnete dies als verfassungswidrig. Im selben Jahr sprach er sich für die Beibehaltung des strafrechtlichen Abtreibungsverbots sowie des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche aus.
2023 setzte er sich zudem für ein Verbot geschlechtergerechter Sprache in Behörden ein. Nun jedoch argumentiert er, dass starre Geschlechterklischees und das Bild der Frau als "schwaches Geschlecht" überholt seien. Frauen stünden unter einer ungerechtfertigten Beobachtung, bei der ihr Äußeres oft über ihre Argumente gestellt werde – ein Maßstab, dem Männer selten ausgesetzt seien.
Sein jüngster Vorstoß richtet sich an die CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Amthor fordert die Union auf, errungene Fortschritte in der Gleichstellung zu verteidigen – insbesondere gegen die rechtspopulistische AfD. Seiner Ansicht nach brauche es mehr Bewusstsein für das Thema sowie eine aktive Unterstützung der Gleichberechtigung durch Männer.
Amthors rhetorische Kehrtwende markiert einen neuen Vorstoß innerhalb der CDU, sich stärker mit feministischen Themen auseinanderzusetzen. Sein Aufruf zu mehr parteilichem Engagement steht dabei im Kontrast zu seinen früheren Positionen etwa bei Abtreibung oder Frauenquoten. Der Schritt könnte eine breitere Debatte darüber anstoßen, wie konservative Parteien in Deutschland Gleichstellungspolitik künftig gestalten.






