15 April 2026, 00:34

Reichelt-Prozess zieht sich hin: NDR treibt Vorwürfe gegen Ex-Bild-Chef voran

Cartoon-Illustration eines Gerichtssaals mit dem Titel "Boney's Trial, Sentence, and Dying Speech Europe's Injuries Revenged", die eine zentrale stehende Person und sitzende Figuren mit einem Tisch voller Gegenstände auf der rechten Seite zeigt.

Reichelt-Prozess zieht sich hin: NDR treibt Vorwürfe gegen Ex-Bild-Chef voran

Der Rechtsstreit um die Vorwürfe gegen den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt ist auch mehr als vier Jahre nach Bekanntwerden der Anschuldigungen noch nicht beigelegt. Der öffentlich-rechtliche Rundfunksender NDR treibt das Verfahren weiter voran – obwohl der ursprüngliche, umstrittene Beitrag nicht mehr in der ARD-Mediathek verfügbar ist. Die Prozesse ziehen sich hin, ein typisches Merkmal des als langsam bekannten deutschen Justizsystems.

Ausgelöst wurde die Kontroverse 2022, als Der Spiegel Berichte über Reicheltes Verhalten gegenüber Kolleginnen veröffentlichte. 2023 folgte eine Sendung von Reschke Fernsehen im ARD, in der ihm vorgeworfen wurde, Frauen zu sexuellen Beziehungen gedrängt zu haben. Reichelt wies die Vorwürfe stets zurück, bezeichnete sie als falsch und präsentierte sich als Opfer einer ungerechten Behandlung.

Einige der betroffenen Frauen haben sich inzwischen außergerichtlich mit dem Bild-Verlag Axel Springer geeinigt. Dennoch bleibt der NDR entschlossen, den Fall weiterzuverfolgen. Der Sender plant, Zeugen zu laden – darunter mindestens eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer sexuellen Beziehung genötigt.

Das Verfahren zieht sich in die Länge, was die üblichen Verzögerungen in Presserechtsfällen in Deutschland widerspiegelt. Bis zum Frühjahr 2026 bleiben zentrale Fragen des Falls ungeklärt, eine Lösung ist nicht in Sicht. Die Entscheidung des NDR, den Fall weiter zu verfolgen, deutet darauf hin, dass noch weitere Details zu den Vorwürfen ans Licht kommen könnten. Die Hartnäckigkeit des Senders steht im Kontrast zur zwischenzeitlichen Löschung des ursprünglichen Beitrags – die Öffentlichkeit hat damit keinen vollständigen Zugang mehr zum umstrittenen Material. Vorerst geht der juristische Streit weiter, mit beiden Seiten, die unnachgiebig an ihren Positionen festhalten.

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