Rezepturfehler kostet Apotheker fast 400 Euro – wer haftet jetzt?
Ein Apothekenbesitzer in Deutschland hat fast 400 Euro verloren, nachdem ein Rezepturfehler zu zusätzlichen Medikamentenkosten führte. Der Fall ereignete sich, als ein Schmerzmittelrezept eines Patienten eine Festbetragsregelung für ein bestimmtes Markenpräparat vorsah – was zu einer unerwarteten Nachforderung von knapp 380 Euro führte. Die Krankenkasse weigerte sich später, den Betrag zu erstatten, sodass die Apotheke nun mit einer Rückforderung konfrontiert ist.
Das Problem begann mit einem Rezept, das mit aut-idem gekennzeichnet war – was bedeutet, dass exakt das verordnete Markenmedikament abgegeben werden musste. Normalerweise dürfen Apotheken günstigere Generika austauschen, doch durch das angekreuzte Feld entfiel diese Möglichkeit. Als der Festbetrag für das Medikament sank, musste der Patient plötzlich fast 380 Euro zusätzlich zahlen.
Die Krankenkasse lehnte die Übernahme der Differenz ab, da das Rezept nicht den Anforderungen der Rabattverträge entsprach. Der Deutsche Apothekerverband bestätigte, dass die Rückforderung korrekt sei, da die Kasse nicht verpflichtet war, den Mehrbetrag zu tragen. Der behandelnde Arzt hätte das Problem vermeiden können, indem er das aut-idem-Kreuz entfernt und stattdessen ein Generikum verordnet hätte – die Zusatzkosten wären dann separat abgerechnet worden.
Doch dies ist nicht die einzige finanzielle Belastung für die Apotheke. Der Besitzer verlor kürzlich zudem rund 500 Euro durch zwei gefälschte Rezepte. Bei etwa 7.000 Einwohnern, die auf die Versorgung angewiesen sind, muss das Unternehmen nun mit anhaltenden Verlusten durch Rückforderungen und Betrug kämpfen.
Einige Patienten entscheiden sich dennoch bewusst für Markenmedikamente – trotz der höheren Kosten. Für sie überwiegt der mögliche Vorteil, Nebenwirkungen von Generika zu vermeiden, die finanzielle Belastung.
Die Apotheke trägt nun den Verlust von 400 Euro, ohne Aussicht auf Erstattung. Zwar stellt die aut-idem-Regelung sicher, dass Patienten bestimmte Medikamente erhalten, doch sie kann auch unerwartete finanzielle Folgen haben. Der Fall zeigt, wie kleine Änderungen in Rezeptdetails zu erheblichen Kosten für Apotheken und Patienten führen können.






