Stada-Übernahme 2017: Ex-Aktionäre kämpfen um Millionen-Nachzahlungen vor Gericht
Meryem DobesStada-Übernahme 2017: Ex-Aktionäre kämpfen um Millionen-Nachzahlungen vor Gericht
Ehemalige Aktionäre von Stada verfolgen rechtliche Schritte, um nach der Übernahme des Unternehmens im Jahr 2017 zusätzliche Entschädigungen durchzusetzen. Eine Reihe von Gerichtsurteilen hat ihre Forderungen bisher gestützt, während noch Dutzende Verfahren beim Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) anhängig sind. Streitpunkt ist, ob die Anleger bei der Übernahme durch die Private-Equity-Firmen Bain Capital und Cinven eine angemessene Vergütung erhielten.
Die Übernahme begann 2017, als Bain Capital und Cinven zunächst 66 Euro pro Stada-Aktie boten. Nach Verhandlungen mit dem aktivistischen Investor Elliott Management Corporation stieg der Preis auf 70 Euro pro Aktie. Einige Aktionäre argumentieren jedoch, ihnen stünde nach deutschem Übernahmerecht mehr zu.
In einem laufenden Verfahren fordert ein einzelner Kleinanleger fast 140.000 Euro zuzüglich Zinsen seit August 2017. Gleichzeitig verlangt eine in Luxemburg ansässige Vermögensverwaltungsgesellschaft 8,15 Euro pro Aktie – was etwa 4,7 Millionen Euro entspricht – und berufen sich dabei auf eine angeblich von Nidda Healthcare, einer mit der Übernahme verbundenen Zweckgesellschaft, abgegebene "unwiderrufliche Zusage".
Das OLG wies kürzlich eine Berufung von Nidda gegen ein früheres Urteil des Landgerichts Frankfurt zurück. Die Richter begründeten, der Anspruch sei nicht verjährt, und allein die Kenntnis von Pressemitteilungen entkräfte die Klage nicht. Nidda war verpflichtet gewesen, die Differenz zwischen dem Angebotspreis und einer gesetzlich garantierten Mindestentschädigung nach deutschem Wertpapierrecht auszugleichen.
Bain und Cinven, die einst 31 Prozent von Stada hielten, stiegen im September aus ihrer Beteiligung aus, indem sie ihre Mehrheitsbeteiligung an CapVest Partners verkauften. CapVest kontrolliert nun 68 Prozent des Unternehmens, während die Stada-Führung noch 1 Prozent hält.
Die Urteile bleiben rechtlich anfechtbar, sodass das endgültige Ergebnis noch offen ist. Mit 44 noch ausstehenden Verfahren könnten die Entscheidungen des OLG Präzedenzcharakter für ähnliche Streitfälle entwickeln. Die ehemaligen Aktionäre drängen weiterhin auf höhere Abfindungen, während sich die beteiligten Private-Equity-Firmen längst von ihrer ursprünglichen Investition verabschiedet haben.






