04 May 2026, 08:27

Streit um geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele vs. Energieversorgung

Menschen sitzen vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Streit um geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele vs. Energieversorgung

Ein Bündnis von Umweltschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen die Anlage auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, errichten – doch Kritiker werfen dem Vorhaben vor, es stehe im Widerspruch zu den Klimazielen der Stadt. Bereits zehn offizielle Einsprüche wurden beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht.

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Das geplante 44-Millionen-Euro-Projekt stößt auf vehementen Widerstand von Organisationen wie Greenpeace Mainz-Wiesbaden und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Mainz. Maren Goschke vom BUND bezeichnete die Investition als „Festlegung auf veraltete, konventionelle Gaskraftwerkstechnologie für Jahrzehnte“. Die Initiative stellte zudem die langfristige Behauptung von KMW infrage, die Anlage könne später auf Wasserstoff umgestellt werden – Realismus, ökologischer Nutzen und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit seien zweifelhaft.

Michael Lengersdorff, Sprecher der Initiative MainzZero, forderte klarere Antworten von KMW: „Wie passt der Bau neuer Gaskraftwerke zur Einhaltung der Klimaziele?“ Die Gruppen verwiesen darauf, dass Mainz bis 2035 klimaneutral werden wolle – ein Ziel, das durch das Projekt ihrer Ansicht nach direkt unterlaufen werde.

Statt auf Gas setzen die Organisationen auf Batteriespeicher als erprobte und günstigere Alternative. Anders als Gas, das ständig nachgeliefert werden muss, können Batterien jahrelang mit minimalem Wartungsaufwand betrieben werden. Zudem sind die Kosten stark gesunken: Eine Einheit, die vor 15 Jahren noch 1.300 Euro pro Kilowattstunde kostete, ist heute für nur 90 Euro erhältlich.

Greenpeace Mainz-Wiesbaden warnte, das Kraftwerk könnte den Fortschritt der Stadt hin zur Klimaneutralität ausbremsen. Investitionen in Gasinfrastruktur würden den Umstieg auf bereits heute verfügbare erneuerbare Energielösungen verzögern.

Die Einsprüche liegen nun bei der SGD Süd, die die Bedenken prüfen wird, bevor über die Zukunft des Kraftwerks entschieden wird. Sollte es genehmigt werden, würde die Anlage jahrelang betrieben – doch die Kritiker bestehen darauf, dass es im Konflikt mit den rechtlichen und ökologischen Verpflichtungen Mainzer stehe. Die Debatte spiegelt die grundsätzlichen Spannungen wider, die bei der Abwägung zwischen kurzfristigen Energiebedürfnissen und langfristigen Klimazielen bestehen.

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