03 April 2026, 16:36

Tarifstreit in Chemie- und Pharmabranche: Verhandlungen nach zwei Tagen gescheitert

Detailierte Karte von Chemnitz, Deutschland, auf Papier gedruckt mit sichtbaren Straßennamen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten.

Tarifstreit in Chemie- und Pharmabranche: Verhandlungen nach zwei Tagen gescheitert

Tarifverhandlungen für Deutschlands Chemie- und Pharmabranche nach nur zwei Tagen unterbrochen

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben nach nur zwei Verhandlungstagen keine Einigung erzielt – zentrale Fragen bleiben damit ungelöst. Betroffen sind rund 1.700 Unternehmen und 585.000 Beschäftigte bundesweit.

Die Branche steckt seit Jahren in einer schweren Krise: Zwischen 2018 und 2024 brach die Produktion im deutschen Chemiesektor um 17 Prozent ein, eingeschlossen die Pharmaindustrie. Selbst ein leichtes Plus von 2 Prozent im Jahr 2023 konnte den Rückgang nicht ausgleichen – die Produktionsleistung liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau von vor 2018. Die Werke laufen derzeit nur zu 75 Prozent ihrer Kapazität, jedes vierte steht still.

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Matthias Bürk, Verhandlungsführer der Arbeitgebervereinigung BAVC, betonte, die Branche befinde sich in einer existenziellen Krise. Nach Jahren der Verluste gebe es schlicht keine Gewinne, die verteilt werden könnten. Stattdessen forderte er einen Verzicht auf Lohnforderungen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wiederherzustellen.

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) hingegen pocht auf stärkere Arbeitsplatzgarantien. Sie verlangt verbindliche Vereinbarungen zum Erhalt von Jobs – nicht nur höhere Löhne. Bürk entgegnete, dass Arbeitsplatzsicherheit weder durch Politik noch durch Tarifverträge allein gewährleistet werden könne. Nur ein klarer Plan zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit werde die Branche stabilisieren.

Am 23. und 24. Februar werden beide Seiten in Wiesbaden erneut verhandeln. Die zentrale Frage bleibt, wie die Lasten des langjährigen Niedergangs fair verteilt werden können.

Die festgefahrenen Gespräche zeigen, wie tief die Gräben in Sachen Löhne und Jobsecurity sind. Bei rückläufiger Produktion und ungenutzten Kapazitäten steht die Zukunft der Branche auf dem Spiel. Die anstehenden Verhandlungen werden entscheiden, ob ein Kompromiss möglich ist.

Quelle