Volkswagen plant radikale Umstrukturierung mit 165.000 Jobverlusten bis 2035
Franz-Xaver OderwaldVolkswagen plant radikale Umstrukturierung mit 165.000 Jobverlusten bis 2035
Volkswagen steht vor großen Herausforderungen, da der Konzern im Wettbewerb um Elektromobilität und digitale Innovation hinter die Konkurrenz zurückfällt. Marktanteile und Nachfrage sind gesunken, was dringende Maßnahmen zur Überwindung der finanziellen Krise erfordert.
Der Autobauer plant einen tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess, um Kosten zu senken und die Leistung zu steigern. Bis 2035 sollen vier Werke geschlossen und die Belegschaft um mehr als 100.000 Stellen abgebaut werden – zusätzlich könnten bis zu 65.000 weitere Arbeitsplätze gestrichen werden. Betroffen wäre damit mehr als jeder sechste der weltweit 660.000 Beschäftigten.
Um die Abläufe zu straffen, will Volkswagen sein Modellangebot von 150 auf etwa 75 Fahrzeuge halbieren. Zudem könnte der Konzern nicht zum Kerngeschäft gehörende Beteiligungen wie Ducati und Europcar veräußern, um Kapital zu beschaffen. Eine weitere Option ist die Reduzierung des Anteils an der Lkw-Sparte Traton von 87 auf 75 Prozent.
Die Produktion könnte teilweise in osteuropäische Länder verlagert werden, wo die Lohnkosten niedriger sind. Konzernchef Oliver Blume und sein Führungsteam bewerten die Lage als kritisch und sind bereit, die Einschnitte notfalls auch gegen den Widerstand des Aufsichtsrats durchzusetzen.
Bereits im August könnte eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden, um die Umstrukturierungspläne abzusegnen. Ohne spürbare finanzielle Verbesserungen droht Volkswagen eine Herabstufung der Bonitätsnote. Die geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, die Position des Unternehmens zu stabilisieren und den Wandel hin zu Elektro- und Digitaltechnologien zu finanzieren. Das Ausmaß der Veränderungen unterstreicht die Dringlichkeit der Situation.
