Wiener Festwochen zwischen Triumph und Eklat: Was dieses Jahr polarisierte
Franz-Xaver OderwaldWiener Festwochen zwischen Triumph und Eklat: Was dieses Jahr polarisierte
Das diesjährige Festival bot mutige Auftritte und gespaltene Reaktionen
Zu den Höhepunkten zählten gefeierte Produktionen und kühne experimentelle Werke an verschiedenen Spielstätten. Einige Shows ernteten breite Anerkennung, während andere das Publikum polarisierten.
Eröffnet wurde das Festival mit der Wiedereröffnung des Burgtheater-Kasinos durch das Künstlerkollektiv Gob Squad, das dort auch seine Produktion „Turn“ präsentierte. Milo Raus „Republik der Götter“ lief fünf Wochen lang – der Regisseur bezeichnete das Stück als „das größte Theaterstück aller Zeiten“ und „Weltpremiere“ und vermeldete mit fast 196.000 Besuchern einen Rekordzuspruch.
Thorsten Lensings „Tanzende Idioten“ wurde von Kritik und Publikum gleichermaßen begeistert aufgenommen. Ein weiterer unvergesslicher Auftritt war Angélica Liddells „Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben“. Patti Smith bereicherte mit besonderen Gastauftritten das starbesetzte Programm des Festivals.
Nicht alle Inszenierungen überzeugten: Nestervals Adaption der Nibelungensage blieb hinter den Erwartungen zurück. Susanne Kennedys „Parsifal“ litt unter den überwältigenden Digital-Effekten von Markus Selg. „Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2“ wurde als trockener Vortrag kritisiert. Dagegen setzte Brigitta Muntendorfs „Der Tag davor“ mit einem kraftvollen Manifest gegen Gewalt ein starkes Zeichen. Florentina Holzingers „Pfingstspiel“ bot einen beeindruckenden Moment, als eine Performerin einen BMW in einer Wagenlenker-Pose zähmte.
Das Festival präsentierte ein breites Spektrum – von gefeierten Werken bis zu umstrittenen Experimenten. Die Besucherzahlen erreichten neue Rekordmarken und festigten seinen Ruf als eines der bedeutendsten Kulturevents. Die Mischung aus Erfolg und Enttäuschung spiegelte den mutigen Anspruch des diesjährigen Programms wider.






