25 March 2026, 12:29

Wirtschaftsthemen verschwinden aus deutschen Talkshows – wer bleibt ungehört?

Plakat mit fettem schwarzem Text "Trickle-Down Economics Doesn't Work" auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, begleitet von einem Zitat des Präsidenten.

Wirtschaftsthemen verschwinden aus deutschen Talkshows – wer bleibt ungehört?

Eine neue Studie zeigt einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsberichterstattung in den führenden politischen Talkshows Deutschlands. 2025 widmeten sich nur noch 20 Prozent der Sendungen der Wirtschaftspolitik – gegenüber 33 Prozent zwei Jahre zuvor. Kritiker werfen den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF nun vor, wirtschaftliche Perspektiven in ihren Programmen zu vernachlässigen.

Die Analyse untersuchte 284 Folgen der wichtigsten politischen Talkformate aus dem Jahr 2025. Dabei zeigte sich, dass die Gäste überwiegend aus der Politik (41 Prozent), dem Journalismus (27 Prozent) und der Wissenschaft (14 Prozent) stammten. Vertreter aus der Wirtschaft waren mit nur 5 Prozent der Auftritte vertreten, während Vertreter von Wirtschaftsverbänden gerade einmal 2 Prozent ausmachten.

In fast einem Drittel der Sendungen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt kam überhaupt kein Vertreter aus der Wirtschaft zu Wort. Besonders auffällig war die Sendung Maischberger: In 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Folgen waren weder Unternehmer noch Branchenvertreter zu Gast. Demgegenüber widmete hart aber fair 39 Prozent seiner Sendungen wirtschaftlichen Themen und lud konsequent Gäste aus der Wirtschaft ein.

Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), kritisierte die Sender scharf. Er sprach von einem Versäumnis, ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten, und warf den öffentlich-rechtlichen Anstalten vor, wirtschaftliche Debatten zu vernachlässigen und wichtige Stimmen aus der Privatwirtschaft auszuschließen. Alsleben forderte ARD und ZDF auf, künftig mehr Wirtschaftsvertreter in ihre Diskussionen einzubinden, um ihrem Auftrag einer fairen Repräsentation gerecht zu werden.

Der Rückgang der Wirtschaftsberichterstattung geht einher mit einer Verschiebung bei der Auswahl der Gäste, bei der Politiker und Journalisten die Diskussionen dominieren. Zwar halten einige Formate weiterhin wirtschaftliche Perspektiven aufrecht, doch der allgemeine Trend deutet auf weniger Sendezeit für wirtschaftspolitische Themen hin. Die Ergebnisse haben Forderungen nach einer stärkeren Einbindung von Unternehmern in die Debatten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks laut werden lassen.

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