Wolfenbüttel setzt trotz Haushaltsdefizit auf umstrittenen Fahrradschnellweg nach Braunschweig
Franz-Xaver OderwaldWolfenbüttel setzt trotz Haushaltsdefizit auf umstrittenen Fahrradschnellweg nach Braunschweig
Der Stadtrat von Wolfenbüttel hat beschlossen, den geplanten Fahrradschnellweg nach Braunschweig voranzutreiben. Das Projekt schlägt mit Baukosten von 1,365 Millionen Euro zu Buche, hinzu kommen jährliche Unterhaltskosten in Höhe von 30.000 Euro. Die politische Debatte zwischen den Fraktionen zeigt unterschiedliche Auffassungen zu Notwendigkeit und Finanzierung auf.
Trotz finanzieller Bedenken stimmte der Stadtrat für die Umsetzung des Fahrradschnellwegs. Wolfenbüttel steht derzeit vor einem Haushaltsdefizit von 19 Millionen Euro, was die Entscheidung zusätzlich unter Druck setzt.
Laut Prognosen der Stadtverwaltung werden auf der neuen Strecke täglich 2.000 Fahrten erwartet. Aktuelle Zahlen zeigen jedoch, dass bestehende Radwege werktags nur von 367 Nutzern frequentiert werden. Diese Diskrepanz hat Kritik von CDU und FDP geschürt, die das Projekt angesichts der geringen Auslastung und der bereits vorhandenen Radwege für überflüssig halten.
Die Grünen warfen der CDU vor, mit ihrer Fokussierung auf die lokale Radinfrastruktur statt auf die überregionale Verbindung Populismus zu betreiben. Die AfD hingegen spricht sich für einen kompletten Stopp des Projekts aus und plädiert stattdessen für die Instandsetzung innerstädtischer Radwege. Die SPD bleibt befürwortend und argumentiert, der Schnellweg sorge für eine gerechte Behandlung aller Verkehrsteilnehmer.
Der Bau des Fahrradschnellwegs wird 1,365 Millionen Euro kosten, der jährliche Unterhalt beläuft sich auf 30.000 Euro. Die politischen Lager bleiben uneins über den Nutzen des Vorhabens – während die einen lokale Sanierungen priorisieren, unterstützen andere die interkommunale Verbindung. Mit dem Beschluss des Stadtrats wird das Projekt trotz anhaltender Kontroversen vorangetrieben.






