100 Kilometer neue Wasserstoff-Pipeline verbinden Niedersachsen mit Sachsen-Anhalt bis 2029
Meryem Dobes100 Kilometer neue Wasserstoff-Pipeline verbinden Niedersachsen mit Sachsen-Anhalt bis 2029
Deutschlands Wasserstoffinfrastruktur nimmt Gestalt an: Die Ontras Gastransport GmbH treibt ein großes Pipeline-Projekt voran. Das Unternehmen hat einen Auftrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich erteilt, um zwei neue Abschnitte der FGL-702-Pipeline mit einer Gesamtlänge von rund 100 Kilometern zu bauen. Dies ist Teil eines umfassenden 18,9-Milliarden-Euro-Plans, der bis 2032 ein bundesweites Wasserstoff-Kernnetz schaffen soll.
Die FGL-702-Pipeline wird wichtige Wasserstoffstandorte in Salzgitter (Niedersachsen) mit Angersdorf in Sachsen-Anhalt verbinden. Die Strecke gliedert sich in zwei Abschnitte: ein 67 Kilometer langes Teilstück zwischen Salzgitter und Wefensleben sowie ein 34 Kilometer langer Abschnitt von Preußlitz nach Angersdorf. Die Planfeststellungsverfahren für die neuen Leitungen sollen noch in diesem Jahr beginnen, der Bau ist für 2027 und 2028 vorgesehen.
Das Projekt stellt die größte Einzelbeschaffung in der Geschichte von Ontras dar. Nach Fertigstellung soll der kommerzielle Wasserstofftransport entlang der FGL 702 im Dezember 2029 starten. Teile der bestehenden Pipeline könnten nach fachlicher Prüfung ebenfalls für Wasserstoff umgerüstet werden.
Unterdessen hat Ontras bereits Teile seines H2-Starternetzes in Betrieb genommen. Eine 25 Kilometer lange Wasserstoffleitung im Energiepark Bad Lauchstädt ging am 8. April 2025 ans Netz. Das vollständige Starternetz wird rund 600 Kilometer durch Mittel- und Ostdeutschland umfassen und Produktionsstätten, Speicher sowie Industriekunden verbinden.
Bis 2032 soll das Wasserstoff-Kernnetz das gesamte Land durchziehen, mit Pipelines von 80 und 60 Zentimetern Durchmesser. Die Produktion dieser Rohrsegmente wird ab 2027 an die Baustellen geliefert.
Die FGL-702-Pipeline ist ein zentraler Schritt beim Ausbau der deutschen Wasserstoffinfrastruktur. Mit Baubeginn 2027 und der geplanten kommerziellen Inbetriebnahme Ende 2029 wird sie wichtige Industrieregionen vernetzen. Das übergeordnete 18,9-Milliarden-Projekt zielt darauf ab, bis 2032 Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff bundesweit zu integrieren.