21 February 2026, 22:55

Abschied mit Tränen und Popcorn: Die faz beendet ihre tägliche Printära

Ein Konzertplakat in München, Deutschland, mit Text, der das Ereignis und seine Bedeutung beschreibt.

Abschied mit Tränen und Popcorn: Die faz beendet ihre tägliche Printära

Die Berliner faz beendet eine Ära mit Tränen, Popcorn-Chaos und Wehmut

Am 16. Oktober 2023 feierte die faz in ihren Kreuzberger Räumlichkeiten das Ende einer Epoche – mit einer lebendigen, aber emotional aufgeladenen Abschiedsfeier. Anlass war die letzte werktägliche Printausgabe der Zeitung, die nach jahrelanger Vorbereitung ihren Fokus künftig auf digitale Formate legt. Mitarbeiter:innen, Politiker:innen und Schaulustige drängten sich im Gebäude, um Reden zu hören, Überraschungen zu erleben und einige unvorhergesehene Pannen mitzuerleben.

Der Abend begann mit Ansprachen der Chefredakteurinnen Barbara Junge und Ulrike Winkelmann, die eine nachdenkliche Stimmung prägten. Sie erinnerten an die lange Geschichte des Blattes und die Entscheidung, die werktägliche Printausgabe einzustellen – ein Schritt, der zwar branchenweiten Auflagenrückgängen geschuldet ist, obwohl die faz selbst finanziell stabil blieb. Die Wochenendausgabe erscheint unter dem neuen Namen Wochentaz (oder Seitenwende) weiterhin auf Papier.

Die Menschenmenge wurde so groß, dass die Kantine überfüllt war – mehr Gäste drängten sich hinein, als der Raum sicher fassen konnte. Viele hatten auf das versprochene Essen an der Feier gesetzt und zuvor auf das Abendbrot verzichtet. Dann eskalierte die Situation, als eine Popcornmaschine explodierte und die Anwesenden in die Cafeteria flüchteten.

Die Emotionen kochten den ganzen Abend über hoch. Eine Redakteurin brach während einer Rede des Bundestagsvizpräsidenten Omid Nouripour in Tränen aus, der betonte, dass die faz seit 1982 ganze 476 Mal in parlamentarischen Debatten zitiert worden sei. Auch Wolfgang Schmidt, ehemaliger Kanzleichef unter Olaf Scholz, gehörte zu den Gästen.

Als die frischen Freitagsexemplare der faz eintrafen, wurden sie zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die Geschäftsführung beschrieb später die gemischten Gefühle des Teams – Erleichterung, Erschöpfung, Stolz und eine Prise Fassungslosigkeit – nach Jahren der Vorbereitung auf diesen Wandel.

Die Feier markierte das Ende der werktäglichen Printausgabe der faz und damit ein Kapitel, das vor Jahrzehnten begann. Während die Zeitung ihre digitale Zukunft gestaltet, zeigte der Abend die tiefen Verbindungen zwischen dem Blatt, seinen Mitarbeiter:innen und Leser:innen. Die letzten Printausgaben stehen nun als Meilenstein in der sich wandelnden Geschichte der faz.