16 February 2026, 21:04

AfD in der Kritik: Warum Familienangehörige für Abgeordnete arbeiten dürfen

Ein Blatt mit einer Zeichnung von roten Figuren, die als "Republikaner" bezeichnet werden, auf einem Raster, das als "Demokraten" bezeichnet wird, mit den Figuren, die besorgt und wütend aussehen, und fetter schwarzer Text, der die Schwere der Situation betont.

Vorwurf der Vetternwirtschaft trifft auch Niedersachsen-AfD - AfD in der Kritik: Warum Familienangehörige für Abgeordnete arbeiten dürfen

Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) gerät erneut in die Kritik, weil Abgeordnete Familienangehörige beschäftigen. Ansgar Schledde, Landesvorsitzender der AfD in Niedersachsen, verteidigt die Anstellung seiner Ehefrau im Bundestag als "vollständig gesetzeskonform". Die Debatte um Vetternwirtschaft in der Partei flammt damit wieder auf – obwohl seit einem Jahr keine neuen Fälle bekannt geworden sind.

Schleddes Ehefrau arbeitet für den AfD-Bundestagsabgeordneten Danny Meiners. Die Partei betont, ihre Einstellung sei über ein reguläres Bewerbungsverfahren erfolgt und ausschließlich auf ihre fachliche Qualifikation zurückzuführen. Schledde selbst bezeichnet die Regelung als "rechtlich einwandfrei" und weist Vorwürfe gegenseitiger Gefälligkeiten zurück.

AfD-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla räumt ein, dass solche Verträge zwar juristisch einwandfrei seien, aber "einen faden Beigeschmack" hinterließen. Gleichzeitig gibt er zu, in seinen Wahlkreisbüros die Ehefrau des sächsischen Landtagsabgeordneten Roberto Kuhnert beschäftigt zu haben. Ähnliche Fälle von Angehörigen, die für AfD-Politiker arbeiten, sind auch in anderen Bundesländern dokumentiert – seit Februar 2025 sind jedoch keine neuen Vorfälle bekannt geworden.

Die Partei weist Vorwürfe der Vetternwirtschaft wiederholt zurück. Offizielle Stellen betonen, alle Anstellungen entsprächen den gesetzlichen Vorgaben und seien korrekt abgewickelt worden.

Die Kontroverse wirft erneut Fragen zur Transparenz innerhalb der AfD auf. Zwar wurden in den vergangenen zwölf Monaten keine weiteren Fälle gemeldet, doch die Praxis, Familienmitglieder zu beschäftigen, bleibt ein Kritikpunkt. Die Partei beharrt darauf, dass die Anstellungen rechtmäßig und einwandfrei seien.