18 February 2026, 04:55

Ärztemangel in Niedersachsen: Landärzte kämpfen um medizinische Grundversorgung

Ein Schwarz-Weiß-Bild eines französischen Arztes, der in einem Wagen sitzt und von ein paar Menschen umgeben ist, mit Gebäuden im Hintergrund und einem bewölkten Himmel, mit Text am unteren Rand.

"Wut im Bauch" - wo der Arztmangel in Niedersachsen Frust verursacht - Ärztemangel in Niedersachsen: Landärzte kämpfen um medizinische Grundversorgung

Niedersachsen kämpft mit massivem Ärztemangel – besonders auf dem Land

In Niedersachsen verschärft sich der Ärztemangel, vor allem in ländlichen Regionen. Immer mehr Patienten müssen weite Strecken für grundlegende Behandlungen zurücklegen, während Hausärzte unter einer kaum noch bewältigbare Arbeitslast ächzen. Zwar hat das Land die Anzahl der Medizinstudienplätze erhöht, doch Kritiker bemängeln, dass die Maßnahmen zu langsam greifen, um den Bedarf zu decken.

In Bunde hat der Hausarzt Holger Plochg erlebt, wie sich die Patientenzahlen seit 1997 verdreifacht haben. Ohne zusätzliches Personal versorgt er mittlerweile den Großteil der medizinischen Grundversorgung der Gemeinde fast im Alleingang. Bis Oktober droht Bunde sogar den zweiten Hausarzt zu verlieren – dann bliebe Plochg als einziger Arzt für Hunderte Einwohner zurück.

Auch anderswo zeigt sich das Problem: Der Hautarzt Bernd Brinker in Weener behandelt Patienten, die bis zu 80 Kilometer für einen Termin anreisen. In vielen ländlichen Gebieten fehlt selbst die grundlegende medizinische Versorgung, was zu langen Wartezeiten und beschwerlichen Fahrten führt. Allein im Dezember des vergangenen Jahres waren in Niedersachsen 447 Hausarztstellen unbesetzt – besonders betroffen sind abgelegene Regionen.

Ein Grund für die Misere liegt in der unzureichenden Ausbildungsplätze 2025. Niedersachsen bietet nur zehn Ausbildungsplätze pro 100.000 Einwohner an – deutlich weniger als andere Bundesländer. Aktuell stellen Hannover, Göttingen und Oldenburg gemeinsam 876 Ausbildungsplätze 2024 bereit, wobei Oldenburg zum Wintersemester 2026/2027 120 zusätzliche Ausbildungsplätze 2025 einrichtet. Doch Experten wie Dr. Plochg fordern bundesweit 4.000 bis 5.000 weitere Ausbildungsplätze 2025, um den Mangel nachhaltig zu beheben.

Verschärft wird die Situation dadurch, dass junge Ärzte häufig Städte den ländlichen Praxen vorziehen. Die Landesregierung hat zwar einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, der unter anderem eine Landarztquote und zusätzliche Ausbildungsplätze 2025 vorsieht. Doch Dr. Plochg warnt, dass schneller gehandelt werden muss, um weitere Praxisschließungen zu verhindern und Patienten eine zeitnahe Versorgung zu garantieren.

Ohne mehr Ärzte werden die Menschen in Niedersachsens ländlichen Regionen auch künftig mit langen Wartezeiten und weiten Anfahrtswegen leben müssen. Die jüngsten Erweiterungen der Studienplätze mögen ein erster Schritt sein – doch die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Bis sich die Lage bessert, kämpfen Mediziner wie Dr. Plochg weiter um Lösungen – während sie gleichzeitig eine immer größere Patientenzahl allein bewältigen müssen.