Azubis verdienen jetzt mehr als viele Studierende – diese Berufe führen die Gehaltsliste an
Bekir KochAzubis verdienen jetzt mehr als viele Studierende – diese Berufe führen die Gehaltsliste an
Ausbildungsberufe in Deutschland werden attraktiver als ein Studium
Neue Daten zeigen: Azubis in bestimmten Branchen verdienen mittlerweile deutlich überdurchschnittlich – selbst während ihrer Ausbildung. Der Wandel kommt zu einer Zeit, in der handwerkliche und praktische Berufe in einer Wirtschaft, die Fachkräfte nur schwer durch Automatisierung ersetzen kann, stark an Wert gewinnen.
2025 stiegen die tariflich vereinbarten Ausbildungsvergütungen im Schnitt um 6,7 Prozent – der stärkste Anstieg seit 1992. Auszubildende in tarifgebundenen Betrieben erhalten nun durchschnittlich 1.209 Euro brutto pro Monat über die gesamte Lehrzeit hinweg. In einigen Berufen liegt das Gehalt deutlich höher.
An der Spitze stehen Milchtechnologen mit einem durchschnittlichen Monatsverdienst von 1.463 Euro brutto über die gesamte Ausbildungsdauer. Knapp dahinter folgen Kaufleute für Versicherungen und Finanzen, die in drei Jahren 1.404 Euro pro Monat erhalten. Auch Bankkaufleute schneiden gut ab: Sie verdienen im Schnitt 1.388 Euro brutto während ihrer Lehre.
Weitere gut bezahlte Ausbildungsberufe sind Industriemechaniker mit 1.381 Euro brutto monatlich über 3,5 Jahre sowie Milchlaboranten, die im Durchschnitt 1.403 Euro pro Monat erhalten. Diese Zahlen zeigen, wie die berufliche Ausbildung mittlerweile mit Einstiegsgehältern mancher Akademiker mithalten – oder sie sogar übertreffen – kann.
Der Trend spiegelt die wachsende Nachfrage nach Fachkräften wider, da praktische Berufe schwerer zu automatisieren sind als Bürojobs. Immer mehr junge Deutsche sehen in der Ausbildung daher eine ernsthafte Alternative zum Studium.
Die jüngsten Lohnerhöhungen festigen den Ruf der dualen Ausbildung als solide Karriereoption in Deutschland. Mit Auszubildenden, die während ihrer Lehre über 1.400 Euro im Monat verdienen, ist der finanzielle Anreiz offensichtlich. Angesichts der Umwälzungen durch die Automatisierung werden qualifizierte Handwerks- und Fachberufe voraussichtlich weiter stark nachgefragt bleiben.






