07 May 2026, 08:21

Berlin bewirbt sich für Olympische Spiele 2036 – doch das Budget wirft Fragen auf

Plakat für die Olympischen Spiele 1932 in Berlin, das zwei Läufer im Vordergrund zeigt.

Berlin bewirbt sich für Olympische Spiele 2036 – doch das Budget wirft Fragen auf

Der Berliner Senat hat Pläne bekannt gegeben, sich um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 zu bewerben. Das Konzept sieht ein operatives Budget von 4,82 Milliarden Euro vor, das durch Ticketverkäufe, Sponsoring und Marketing finanziert werden soll. Kritiker zweifeln jedoch an, ob die finanziellen Prognosen realistisch sind.

Das Bewerbungskonzept unterteilt die Kosten in drei Bereiche: Betrieb, Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen. Die direkten Betriebskosten werden auf 4,82 Milliarden Euro geschätzt, wobei der Senat erwartet, dass die Einnahmen aus kommerziellen Quellen diese decken. Für die Infrastruktur sind hingegen 1,59 Milliarden Euro vorgesehen, darunter 500 Millionen Euro für den Verkehr und 227 Millionen Euro für Wettkampfstätten.

Ein zentrales Projekt ist der Ausbau des Sommerbads im Olympischen Park, das mit einem Dach versehen werden soll, um den Wettkampfstandards zu entsprechen. Allerdings fehlen im Plan Angaben zu den Kosten für öffentliche Dienstleistungen – hier heißt es, diese würden von späteren Entscheidungen abhängen. Diese Lücke hat Kritik von Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, hervorgerufen. Er wirft den Veranstaltern vor, sich oft auf überoptimistische Prognosen zu stützen, um die finanzielle Tragfähigkeit der Spiele zu rechtfertigen.

Schütte wies zudem auf die mangelnde Transparenz bei der Budgetplanung für öffentliche Dienstleistungen hin und verwies auf frühere Veranstaltungen, bei denen allein die Sicherheitskosten in die Milliarden gingen. So gab Frankreichs Rechnungshof an, dass Paris 2024 rund 1,4 Milliarden Euro für Sicherheit ausgab. Wie solche Ausgaben in Berlin gedeckt werden sollen, bleibt im Senatskonzept bisher offen.

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Die Bewerbung steckt noch in den Anfängen, und zentrale finanzielle Details sind noch nicht geklärt. Sollte sie erfolgreich sein, wären erhebliche Investitionen in Veranstaltungsstätten und Infrastruktur nötig – ebenso wie eine sorgfältige Planung für Sicherheit und öffentliche Dienstleistungen. Die nächsten Schritte des Senats werden zeigen, ob das Projekt breitere Unterstützung findet.

Quelle