18 April 2026, 20:25

Betriebliche Altersvorsorge: Warum Rentner oft weniger erhalten als gedacht

Schwarz-weiß-Anzeige in einer Zeitung für das Pensionshaus in Dresden, Deutschland.

Betriebliche Altersvorsorge: Warum Rentner oft weniger erhalten als gedacht

Millionen Deutsche verlassen sich auf betriebliche Altersvorsorge, um ihre Rentenansprüche aufzubessern. Doch während diese Modelle Steuervorteile bieten, gehen sie auch mit finanziellen Abstrichen einher. Beiträge, die über Gehaltsumwandlung geleistet werden, können später die gesetzliche Rente mindern – und Rentner erhalten am Ende weniger als erwartet.

Seit 2020 tragen Arbeitnehmer, die über Gehaltsumwandlung in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen, eine versteckte Kostenlast. Durch die Senkung ihres steuerpflichtigen Bruttoeinkommens verringern sie zugleich ihre Ansprüche auf gesetzliche Rente. Wer beispielsweise 30 Jahre lang monatlich 180 Euro umwandelt, muss im Rentenalter mit rund 40 Euro weniger gesetzlicher Rente rechnen.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Flexibilität – oder vielmehr ihr Fehlen. Betriebsrentenverträge lassen sich weder kündigen noch verkaufen, und vorzeitige Auszahlungen sind so gut wie ausgeschlossen. Zudem verlieren Arbeitnehmer während der Ansparphase die Kontrolle darüber, wie ihr Geld angelegt wird, da die Entscheidungen beim Anbieter liegen.

Ein Jobwechsel bringt zusätzliche Hürden mit sich. Die Altersvorsorge ist an den Arbeitgeber gebunden, und ein Wechsel des Anbieters kann Gebühren auslösen. Wer vor Ablauf von drei Jahren das Unternehmen verlässt, riskiert sogar den Verlust der Arbeitgeberzuschüsse. Trotz dieser Nachteile besitzen derzeit rund 19,49 Millionen Deutsche eine betriebliche Altersvorsorge.

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Im Rentenalter werden die Auszahlungen voll mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Zudem müssen die Bezieher die gesamten Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung tragen – also sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil. Allerdings bietet eine steuerfreie Zulage für die Krankenversicherung auf Betriebsrenten, die bis 2026 auf 197,75 Euro monatlich steigt, etwas Entlastung.

Die betriebliche Altersvorsorge ist eine Möglichkeit, für den Ruhestand vorzusorgen – doch die langfristigen Auswirkungen auf staatliche Leistungen und die eingeschränkte Flexibilität müssen bedacht werden. Da die Auszahlungen als Einkommen versteuert werden und die Versicherungskosten vollständig von den Rentnern getragen werden müssen, wirkt sich die finanzielle Belastung weit über das Berufsleben hinaus aus. Wer solche Modelle in Betracht zieht, sollte die Regeln und möglichen Strafen genau prüfen.

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