Betrunkener Kapitän riskiert Katastrophe auf dem Mittellandkanal bei Wolfsburg
Bekir KochBetrunkener Kapitän riskiert Katastrophe auf dem Mittellandkanal bei Wolfsburg
Am 18. Februar 2026 wurde ein 66-jähriger Bootsführer vom Mittellandkanal in der Nähe von Wolfsburg entfernt, nachdem er auffälliges Verhalten gezeigt hatte. Spätere Tests ergaben einen Blutalkoholspiegel von fast 0,2 Promille – deutlich über dem gesetzlichen Grenzwert. Die Behörden stoppten umgehend seine Fahrt und zogen ihm den Führerschein ein.
Der Vorfall begann, als ein anderer Kapitän, der einen Eisbrecher steuerte, verdächtige Manöver auf dem Kanal meldete. Statt wie angewiesen anzulegen, warf der Beschuldigte kurz den Anker aus, bevor er weiterfuhr. Die Polizei griff ein, sicherte das Schiff an einem Kontrollpunkt und nahm den Kapitän für weitere Tests in Gewahrsam.
Der Fall löste Ermittlungen wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs und Verstößen gegen die Binnenschifffahrtsvorschriften aus. Zudem prüfen die Behörden, ob das Schiff Schäden am Kanalkörper oder an der Unterwasserinfrastruktur verursacht hat. Eine Blutuntersuchung soll den genauen Alkoholwert bestätigen, wobei die ersten Messungen bereits besorgniserregend hoch ausfielen.
In den Tagen nach dem Vorfall reagierte die Öffentlichkeit empört. Nutzer sozialer Medien zeigten sich entsetzt über die Sicherheitsrisiken für den Güterverkehr, während große Medien wie NDR und Süddeutsche Zeitung strengere Kontrollen forderten. Es gab Aufrufe zu mehr Patrouillen, Drohnenüberwachung und Infrastrukturverbesserungen. Das Niedersächsische Verkehrsministerium reagierte mit der Zusage von fünf Millionen Euro, um die Sicherheit auf dem Kanal im Rahmen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) zu stärken.
Der Kapitän bleibt unter Ermittlung, sein Führerschein bleibt bis zu weiteren rechtlichen Schritten entzogen. Die Behörden bewerten weiterhin die genauen Auswirkungen des Vorfalls auf den Kanalbetrieb und die Infrastruktur. Die vom Land angekündigten Mittel sollen ähnliche Verstöße in Zukunft verhindern.