Braunschweig kämpft vergeblich gegen illegales Gehwegparken und sucht nach Lösungen
Bekir KochBraunschweig kämpft vergeblich gegen illegales Gehwegparken und sucht nach Lösungen
Gewegparken bleibt ein hartnäckiges Problem in Braunschweig
Trotz klarer Verkehrsregeln hält sich das illegale Parken auf Gehwegen in Braunschweig weiterhin hartnäckig. Die Stadtverwaltung hat kürzlich Forderungen nach physischen Barrieren wie Pollern abgelehnt – mit Verweis auf Sicherheits- und Barrierefreiheitsbedenken. Gleichzeitig zeigen Kontrolldaten tausende Verstöße pro Jahr, doch eine flächendeckende Lösung ist derzeit nicht geplant.
Nach deutscher Straßenverkehrsordnung ist das Parken oder Halten auf Gehwegen grundsätzlich verboten, sofern es nicht ausdrücklich erlaubt ist. Dennoch kommt es häufig zu Verstößen – besonders in Straßen wie der Karl-Marx-Straße, wo halbhoch liegende Parkflächen verbreitet sind. Ähnliche Probleme gibt es entlang der Georg-Westermann-Allee und am Wilhelmitorwall, wo Fahrzeuge oft quer zum Bordstein abgestellt werden.
Die Statistiken der Verkehrsüberwachung verzeichnen rund 5.000 Bußgelder wegen Gehwegparkens sowohl für 2024 als auch für 2025. Für 2023 liegen jedoch keine Daten vor, sodass die genaue Entwicklung des Problems unklar bleibt. Die Grünen-Fraktion weist darauf hin, dass parkende Autos die vorgeschriebene Mindestbreite von 1,80 Metern für Gehwege oft unterschreiten und Fußgänger so auf die Fahrbahn zwingen.
Die Verwaltung argumentiert, es gebe keine breite öffentliche Nachfrage, die eine stadtweite Strategie rechtfertigen würde. Stattdessen setzen neuere Straßenplanungen auf einen sogenannten "Überstandsstreifen" – eine Pufferzone, die es Fahrzeugen erlaubt, mit den Rädern am Bordstein zu parken, während sie teilweise auf den Gehweg ragen. Bei Neubauten werden zudem breitere Gehwege priorisiert, doch Vorschläge zur Verbreiterung bestehender Wege stoßen häufig auf Widerstand von Anwohnern und Behörden.
Ohne physische Absperrungen oder strengere Kontrollen wird sich das Problem des illegalen Gehwegparkens voraussichtlich weiter verschärfen. Die Stadt setzt stattdessen auf Straßenneugestaltungen und Überstandsstreifen, die jedoch nur teilweise Abhilfe schaffen. Bis auf Weiteres müssen Fußgänger und Ordnungsämter mit den anhaltenden Behinderungen auf den Gehwegen leben.






