Cyberangriffe auf Elektroautos: Warum vernetzte Fahrzeuge weiterhin gefährdet sind
Franz-Xaver OderwaldCyberangriffe auf Elektroautos: Warum vernetzte Fahrzeuge weiterhin gefährdet sind
Elektroautos bleiben trotz Fortschritten anfällig für Cyberangriffe
Trotz jüngster Sicherheitsverbesserungen könnten Elektroautos zunehmend durch Cyberangriffe gefährdet sein. Ein neuer Bericht zeigt auf, wie Hacker Software-Schwachstellen ausnutzen könnten, um ganze Fahrzeugflotten anzugreifen. Experten warnen, dass selbst strengere Vorschriften nicht alle Sicherheitslücken in vernetzten Systemen beseitigen.
Professor Christoph Krauss, Cybersicherheitsexperte an der Hochschule Darmstadt, verweist auf Schwachstellen in den API-Schnittstellen von Elektrofahrzeugen. Einige Systeme wiesen in der Vergangenheit unzureichende Authentifizierungsmechanismen auf, die bereits mit einer bloßen Fahrzeug-Identifikationsnummer umgangen werden konnten. Zwar gab es in den letzten fünf Jahren keine bekannten großflächigen Angriffe auf E-Autos über solche Lücken, doch die Gefahr besteht weiterhin.
Ein Angreifer könnte aus der Ferne Funktionen wie die volle Heizleistung in tausenden Fahrzeugen gleichzeitig aktivieren. Dadurch würden die Batterien komplett entladen, sodass Fahrer liegen bleiben. Noch bedrohlicher wäre es, wenn Cyberkriminelle ganze Baureihen lahmlegen, indem sie über Softwareschnittstellen in die IT-Systeme der Autos eindringen.
Die Sicherheit vernetzter Fahrzeuge hat sich zwar deutlich verbessert, und es gelten nun klare Branchenstandards. Vernetzte Funktionen wie Assistenzsysteme haben zudem durch die Reduzierung von Unfällen die Straßen sicherer gemacht. Doch während das Crash-Risiko sinkt, steigt die Gefahr durch Cyberangriffe weiter an. Hersteller und Sicherheitsforscher arbeiten mittlerweile markenübergreifend zusammen, um verbleibende Schwachstellen zu beheben.
Der Bericht betont, dass Elektroautos trotz verschärfter Sicherheitsmaßnahmen weiterhin potenziellen Hackerangriffen ausgesetzt sind. Fernangriffe könnten nach wie vor Funktionen stören oder ganze Flotten außer Gefecht setzen – auch wenn es in letzter Zeit keine größeren Vorfälle gab. Die laufende Zusammenarbeit zwischen Autoherstellern und Cybersicherheitsexperten zielt darauf ab, die letzten Schutzlücken zu schließen.






