Stuttgarter Apotheke nutzt erstmals digitale Plattform für Papierrezepte mit der AOK
Franz-Xaver OderwaldStuttgarter Apotheke nutzt erstmals digitale Plattform für Papierrezepte mit der AOK
Apotheke in Stuttgart nutzt als erste Scanacs-Plattform für Abrechnung von Papierrezepten mit der AOK Baden-Württemberg
Eine Apotheke in Stuttgart hat als erste Papierrezepte über die Scanacs-Plattform mit der AOK Baden-Württemberg abgerechnet. Der Schritt markiert einen Wandel in der Bearbeitung hochpreisiger Rezepte und bietet Apotheken ein schnelleres und flexibleres Abrechnungssystem. Branchenexperten sehen darin eine wichtige Entwicklung, um den Verwaltungsaufwand für Apotheker zu vereinfachen.
Die Änderung folgt einer Aktualisierung des Arzneimittelversorgungsvertrags (AVV) der AOK Baden-Württemberg, die zum 1. Januar 2023 in Kraft trat. Nach den neuen Regelungen können Apotheken nun zwischen Eigenabrechnung und der Nutzung einer Clearingstelle für sowohl Papier- als auch E-Rezepte wählen. Scanacs, eine digitale Abrechnungsplattform, ermöglicht es ihnen, beide Rezeptarten innerhalb desselben Monats ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand oder Einschränkungen bei der Abrechnungshäufigkeit zu bearbeiten.
Im Januar verarbeitete eine Stuttgarter Apotheke erfolgreich Rezepte im Wert von 80.000 Euro über Scanacs – darunter ein einzelnes Papierrezept mit einem Wert von 40.000 Euro. Dieser Meilenstein zeigt, dass das System auch hochpreisige Transaktionen effizient abwickeln kann. Scanacs-Geschäftsführer Frank Böhme bezeichnete den Erfolg als bedeutenden Fortschritt; das Verfahren solle bis zum Ende der Übergangsphase weiter optimiert werden.
Die Plattform stößt bereits bei anderen Apotheken in der Region auf Interesse. Zwar liegen noch keine genauen Zahlen zur Verbreitung vor, doch die einfache Handhabung und der Verzicht auf zusätzlichen Verwaltungsaufwand scheinen die Attraktivität des Systems zu steigern. Scanacs strebt an, diese Methode nach Abschluss der aktuellen Testphase zum Standard zu machen.
Das neue Abrechnungsverfahren ermöglicht es Apotheken, Papierrezepte schneller zu bearbeiten und Verzögerungen bei hochpreisigen Abrechnungen zu reduzieren. Da kein Mehraufwand entsteht und die Flexibilität steigt, könnte das System bald zum festen Bestandteil des Apothekenalltags in Baden-Württemberg werden. Mit der Expansion der Plattform könnten weitere Verhandlungen mit anderen Bundesländern und Krankenkassen folgen.






