DLRG verzeichnet Rekordzulauf bei Kindern – doch Schwimmbäder fehlen
Türkan MargrafÜber 200.000 Kinder bei der DLRG: Was lockt die Kleinen an - DLRG verzeichnet Rekordzulauf bei Kindern – doch Schwimmbäder fehlen
Deutschlands Rettungsschwimmer-Organisation DLRG verzeichnet Rekordzulauf bei jungen Mitgliedern
Im Jahr 2025 sind über 200.000 Kinder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) beigetreten – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Der starke Anstieg fällt in eine Zeit, in der Schwimmbäder im ganzen Land weiterhin in alarmierendem Tempo schließen.
Fast die Hälfte aller DLRG-Mitglieder ist mittlerweile 18 Jahre oder jünger, 49 Prozent entfallen auf diese Altersgruppe. Allein 2025 stieg die Zahl der Kinder unter zwölf Jahren um 5.615 an. Als Gründe nennen Verantwortliche die stark gestiegene Nachfrage nach Schwimmkursen bei gleichzeitig sinkender Anzahl verfügbarer Bäder.
Doch nicht nur bei den Jüngeren wächst die Organisation: Auch bei den Erwachsenen gab es Zuwächse, besonders in den Altersgruppen zwischen 30 und 49 Jahren sowie bei den über 60-Jährigen. Dennoch ist das Durchschnittsalter der DLRG-Mitglieder in den letzten zehn Jahren um etwa 32 Wochen angestiegen.
Ein zentrales Problem bleibt der Rückgang öffentlicher Schwimmstätten. Zwar gibt es keine bundesweite genaue Statistik, doch schließen jährlich rund 80 Bäder wegen Sanierungsbedarfs oder baulicher Mängel. Aktuelle Beispiele sind Weißenfels, wo ein Bad seit 2020 geschlossen ist, Zittau-Hirschfelde, das Ende 2023 die Schließung beschloss, sowie Jena-Lobeda-West, wo nun der Abriss droht. Viele dieser Einrichtungen stammen noch aus der DDR-Zeit, was die Instandhaltung zusätzlich erschwert.
Der Mitgliederschub bei der DLRG unterstreicht den wachsenden Bedarf an Schwimm- und Sicherheitstraining für Kinder. Doch mit immer weniger Bädern steht die Organisation vor der Herausforderung, die Nachfrage zu decken. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass ohne Investitionen in öffentliche Schwimmstätten der Zugang zu Schwimmkursen noch weiter eingeschränkt werden könnte.