Fachkräftemangel im Handwerk: Niedersachsen kämpft um Azubis und Zukunft
Türkan MargrafMangel an Nachfolgern verschärft den Fachkräftemangel im Handwerk - Fachkräftemangel im Handwerk: Niedersachsen kämpft um Azubis und Zukunft
Niedersachsens Handwerk leidet unter wachsendem Fachkräftemangel
Immer mehr Handwerksbetriebe in Niedersachsen finden zu wenig Nachwuchs. Im vergangenen Jahr konnten 40 Prozent der Unternehmen nicht alle Ausbildungsplätze besetzen – besonders hart traf es Reinigungsfirmen im Gebäudebereich. Dennoch blicken viele Handwerker optimistisch ins neue Jahr.
Eine aktuelle Umfrage des Handwerkstags zeigt: Fast die Hälfte der Betriebe in der Region hatte 2025 Schwierigkeiten, genug Azubis zu gewinnen. Während Kfz-Mechatroniker nach wie vor gefragt sind, blieben vor allem in der Gebäudereinigung die meisten Stellen unbesetzt. Die Lage verschärft sich, da immer mehr Babyboomer in Rente gehen und die Belegschaften weiter schrumpfen.
Die Bundesregierung hat zwar Milliarden in die Infrastruktur gesteckt, doch das Handwerk profitiert davon bisher kaum. Sollte die Investitionstätigkeit Fahrt aufnehmen, könnte die Nachfrage nach Fachkräften stark steigen – und den Mangel noch verschlimmern. Bereits im ersten Halbjahr 2026 sahen über die Hälfte der Handwerker in Niedersachsen die Personalgewinnung als größte Herausforderung.
Trotz dieser Belastungen hat sich die Stimmung in den Betrieben leicht verbessert. Zu Jahresbeginn bewerteten 80 Prozent ihre Lage als gut oder zufriedenstellend. Doch die Kluft zwischen offenen Stellen und qualifizierten jungen Bewerbern wird immer größer.
Der Fachkräftemangel in Niedersachsen droht zu weiteren Verzögerungen bei grundlegenden Handwerksdienstleistungen zu führen. Durch steigende Renteneintritte und eine Nachfrage nach Azubis, die das Angebot übersteigt, könnten die Betriebe schon bald noch härtere Kämpfe um Fachkräfte führen. Die Situation unterstreicht den dringenden Bedarf an gezielten Lösungen, um neue Talente zu gewinnen und auszubilden.