04 March 2026, 08:29

Freizügige Plakate in Wuppertal lösen Shitstorm über Körperbilder aus

Eine Gruppe von Menschen, die draußen stehen und ein Transparent halten, auf dem "Kein Feminismus ohne Trans-Frauen" steht, sowie verschiedene Schilder mit verschiedenen Botschaften.

Freizügige Plakate in Wuppertal lösen Shitstorm über Körperbilder aus

Plakatkampagne in Wuppertal löst mit freizügigen Busendarstellungen Kontroverse aus

Eine Plakataktion in Wuppertal sorgt für Aufsehen, weil sie im Rahmen eines Bildungsprojekts unverkleidete Busen zeigt. Die Abbildungen – Busen ohne Köpfe oder Gesichter – werben für eine neue Filmreihe für Schulen über Körperlichkeit und Geschlechterrollen. Trotz des pädagogischen Ansatzes wurden viele Plakate von Passanten abgerissen oder beschmiert.

Das Wuppertaler Medienprojekt startete die Kampagne für Boobs – Perspektiven auf Busen, eine medienpädagogische Serie, die Diskussionen an Schulen anregen soll. Die Plakate zeigen natürliche Busendarstellungen, die alle Frauen repräsentieren sollen – ohne sexualisierende Absicht. Andreas von Hören, der Projektleiter, gab überrascht zu, wie heftig die Ablehnung ausfällt.

Der Deutsche Werberat prüfte die Kampagne und stufte sie nicht als unanständig ein. Dennoch fällt die öffentliche Reaktion weitaus feindseliger aus als in anderen europäischen Städten in den vergangenen Jahren. Zwischen 2021 und 2026 stießen ähnliche, nicht sexualisierte Busendarstellungen – etwa Still-Skulpturen in Oslo und Wien, eine Statue einer stillenden Mutter in Kopenhagen oder Body-Positivity-Installationen in Berlin – meist auf positive oder neutrale Resonanz.

Der 21-jährige Student Julian Rauen, der am Projekt mitwirkt, argumentiert, dass nackte Busen nicht automatisch als sexuell oder provokant wahrgenommen werden sollten. Er betont, dass die anonymen Hass-Mails, die das Team erhielt, verletzender seien als die beschmierten Plakate. Das Projekt hält fest, dass es darum gehe, den Diskurs über Körper zu normalisieren – nicht zu schocken oder zu reizen.

Trotz offizieller Freigabe werden die Plakate weiterhin entfernt oder beschädigt. Das Wuppertaler Medienprojekt bleibt bei seinem Ziel, offene Gespräche über Geschlecht und Anatomie in Schulen zu fördern. Die heftige öffentliche Reaktion steht im Kontrast zu den zurückhaltenderen Reaktionen auf ähnliche Darstellungen in anderen europäischen Städten.