GEAS-Reform revolutioniert Asylverfahren – doch Länder blockieren zentrale Pläne
Bekir KochGEAS-Reform revolutioniert Asylverfahren – doch Länder blockieren zentrale Pläne
Deutschlands neue GEAS-Reform soll Asylverfahren grundlegend umkrempeln
Die Änderungen sehen schnellere Bearbeitungszeiten, neue Prüfschritte und strengere Regeln für Asylsuchende vor. Einige Bundesländer haben bereits Teile des Plans abgelehnt.
Die Reform beschleunigt Asylentscheidungen, indem sie nach einem Bescheid des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sofortige Abschiebungen ermöglicht. Klagen gegen Ablehnungen stoppen künftig nicht mehr die Abschiebung – eine Regelung, die die Justiz warnt: Sie könnte die Gerichte mit Eilanträgen überfluten, mit denen Betroffene ihre Abschiebung bis zum Abschluss des Verfahrens verhindern wollen.
Asylbewerber durchlaufen zunächst eine Bundespolizei-Vorprüfung, bei der besonders schutzbedürftige Personen identifiziert werden. Über die Hälfte aller Fälle könnte in beschleunigte Verfahren fallen, die nach der sogenannten 20-Prozent-Klausel für Antragsteller aus Ländern mit niedrigen Schutzquoten gelten.
Die Reform schafft zudem mehrere parallele Systeme, darunter Grenz- und Schnellverfahren, ergänzt durch Abkommen mit Drittstaaten. Kritiker bemängeln, dass dies die Abläufe verkompliziere und die Kosten in die Höhe treibe. Darüber hinaus erhalten die Länder die Befugnis, die Freizügigkeit von Asylsuchenden in Dublin-Fällen einzuschränken, indem sie „Sekundärmigrationszentren“ mit begrenzter Unterstützung einrichten. Berlin, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz verweigern jedoch die Einrichtung solcher Einrichtungen.
Das Gesetz erlaubt es, Leistungen zu stürzen oder Menschen obdachlos zu lassen, wenn ein Dublin-Beschluss vorliegt – obwohl der Europäische Gerichtshof diese Praxis bereits für unzulässig erklärt hat. Positiv zu vermerken ist, dass die Reform allen Kindern nach zwei Monaten den Schulzugang garantiert und für Minderjährige in Asylverfahren eine Krankenversicherung vorsieht.
Die GEAS-Reform bringt tiefgreifende Veränderungen für das deutsche Asylsystem mit sich. Die Gerichte könnten mit mehr Eilverfahren konfrontiert werden, während die Länder über die neuen Beschränkungen und Zentren streiten. Kinder erhalten durch die aktualisierten Regelungen klarere Ansprüche auf Bildung und medizinische Versorgung.






