08 May 2026, 08:23

Großrazzia enthüllt systematische Ausbeutung in der Paketbranche Deutschlands

Plakat mit dem Titel "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, wobei der obere Abschnitt die Route der US-Geldkurier und der untere Abschnitt eine Karte mit den Standorten der Geldkurier zeigt, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Großrazzia enthüllt systematische Ausbeutung in der Paketbranche Deutschlands

Großrazzia deckt flächendeckende Arbeitsrechtsverstöße in Deutschlands Paketbranche auf

Eine groß angelegte Kontrollwelle gegen Ausbeutung in der deutschen Paketzustellung hat schwerwiegende Missstände ans Licht gebracht. Zollbehörden führten bundesweite Razzien durch und stießen auf unbezahlte Löhne, illegale Arbeitsbedingungen und systematische Ausbeutung von Fahrern, die bei Subunternehmern beschäftigt sind. Die Ergebnisse zeigen strukturelle Probleme auf, von denen tausende Beschäftigte in der Branche betroffen sind.

Über 2.900 Zollbeamte überprüften landesweit Zustelldienste – mit Fokus auf Unternehmen wie Amazon, Hermes, GLS und DPD. Diese Konzerne setzen in hohem Maße auf Subunternehmer für die sogenannte „Letzte-Meile“-Zustellung, eine Praxis, die immer wieder zu Verstößen gegen Arbeitsgesetze führt. Viele Fahrer berichteten, dass Überstunden, Ladezeiten oder sogar reguläre Arbeitsstunden nicht vergütet wurden, sodass ihr Verdienst oft unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde lag.

Die Kontrollen förderten zudem zutage, dass einige Fahrer gezwungen waren, ihre Fahrzeuge zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern anzumieten – was ihre ohnehin kargen Löhne weiter schmälert. Andere, wie ein 39-jähriger Türke in Köln, arbeiteten ohne gültige Arbeitserlaubnis. Ermittler stellten fest, dass viele Beschäftigte ihre Rechte oder die genauen Vertragsbedingungen nicht kannten.

Finanzminister Lars Klingbeil betonte, die Regierung werde „mit aller Härte“ gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung vorgehen. Während die Deutsche Post DHL im Vergleich zu Mitbewerbern weniger Subunternehmer einsetzt, steht die gesamte Branche weiter in der Kritik. Zolldaten belegen, dass Arbeitsrechtsverstöße bei Kurier-, Express- und Paketdiensten seit Jahren dokumentiert werden – ohne nennenswerte Besserung.

Die Razzien offenbaren die prekären Verhältnisse, unter denen Paketfahrer in Deutschland leiden. Angesichts von unbezahlter Arbeit, überhöhten Abzügen und illegaler Beschäftigung wächst der Druck auf die Behörden, schärfere Kontrollen durchzusetzen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nur grundlegende Reformen faire Arbeitsbedingungen in der Branche sichern können.

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