Hannovers Fernwärme wird klimafreundlicher: Modernisierte Anlage liefert mehr Ökostrom und Wärme
Meryem DobesHannovers Fernwärme wird klimafreundlicher: Modernisierte Anlage liefert mehr Ökostrom und Wärme
Hannovers Fernwärmenetz steht vor einem großen Ausbau, um die Versorgungssicherheit an kalten Tagen zu erhöhen. Das Projekt, das von enercity Hannover und EEW Energy from Waste geleitet wird, sieht eine Kapazitätserweiterung im bestehenden thermischen Abfallbehandlungswerk vor. Die Fertigstellung ist für Anfang 2027 geplant; die Arbeiten schreiten zügig voran, um die engen Fristen einzuhalten.
Die Modernisierung steigert die Abwärmeleistung der Anlage von 50 auf bis zu 85 Megawatt – ohne eine Erhöhung der Abfallverbrennung. Dieses Vorgehen orientiert sich an einem erfolgreichen Modell, das bereits in Pirmasens eingesetzt wird. Dort hat ein langfristiger Vertrag zwischen EEW und den Stadtwerken Pirmasens durch Turbinenmodernisierungen die Effizienz der Anlage um bis zu 25 Prozent verbessert. Das System garantiert Kunden zuverlässige grüne Wärme und maximiert gleichzeitig die Energierückgewinnung.
Im Sommer, wenn der Wärmebedarf sinkt, wird die modernisierte Anlage in Hannover ihren Schwerpunkt auf die Stromerzeugung legen. Dann können bis zu 20 Megawatt Ökostrom produziert werden. Die Vereinbarung passt zu enercitys übergeordneter Energiewende-Strategie, die einen zeitnahen Ausstieg aus der Kohle vorsieht.
Die Zusammenarbeit zwischen enercity Hannover und EEW baut auf bestehende Infrastruktur auf und vermeidet so Neubauten. Beide Unternehmen streben an, Hannovers klimafreundliche Wärme- und Stromversorgung durch effiziente Abwärmenutzung zu stärken.
Das Projekt sichert die Wärmeversorgung Hannovers an Spitzenlasttagen im Winter. Bis Anfang 2027 wird die modernisierte Anlage mehr erneuerbare Energie liefern und gleichzeitig betriebliche Flexibilität wahren. Die Initiative unterstützt zudem enercitys Ziel, den Kohleausstieg der Stadt zu beschleunigen.