Immer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Franz-Xaver OderwaldImmer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Immer weniger Beschäftigte in Deutschland wechseln von Minijobs in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung – deutlich weniger als noch vor einigen Jahren. 2017 schafften noch über 100.000 diesen Schritt, doch bis 2022 ging die Zahl stark zurück. Politiker und Behörden diskutieren nun über die Gründe für diesen Rückgang.
2017 stiegen noch 102.084 Menschen aus geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen (Minijobs) in Jobs mit Sozialversicherungspflicht auf. Bis September 2022 sank diese Zahl auf nur noch 50.831 – hochgerechnet auf das gesamte Jahr wären es etwa 67.775. Die Bundesagentur für Arbeit machte schwache Arbeitsmarktbedingungen für den Rückgang verantwortlich.
Noch deutlicher zeigt sich der Rückgang bei Vollzeitstellen. 2017 fanden 33.953 Minijob-Beschäftigte eine Vollzeitstelle. 2022 hatte sich diese Zahl fast halbiert: Bis September waren es nur 16.315 – auf das ganze Jahr hochgerechnet etwa 21.753.
Die politischen Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Hülya Düber, CSU-Bundestagsabgeordnete, kritisierte fehlende finanzielle Anreize: "Arbeit lohnt sich einfach zu selten." Jan Feser von der AfD hingegen warf der Bundesagentur für Arbeit vor, sie "verwaltet Arbeitslosigkeit weitgehend nur, statt sie wirksam zu bekämpfen".
Betroffen von der Entwicklung sind auch Bezieher von Sozialleistungen. 2017 gelang 27,1 Prozent der Minijob-Beschäftigten mit aufstockenden Leistungen der Wechsel in reguläre Beschäftigung. Bis September 2022 sank dieser Anteil auf 18,6 Prozent.
Der Übergang von Minijobs in stabile Arbeitsverhältnisse hat seit 2017 deutlich an Dynamik verloren. Mit rückläufigen Übergängen und anhaltender politischer Debatte zeigt sich die Problematik als eine der zentralen Herausforderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Behörden und Politiker suchen weiterhin nach Lösungen, um den Trend umzukehren.






