04 March 2026, 15:02

Iranisches Flüchtlingsdrama eröffnet Ruhrfestspiele – doch die Künstler fehlen

Ein detailliertes Kartenbild des persischen Reichs mit Provinzen und Städten, primarily in shades of blue, green, and yellow, with text at the bottom in a bold font and a thin black border.

Ruhr Festival beginnt mit iranischem Drama auf Persisch - Iranisches Flüchtlingsdrama eröffnet Ruhrfestspiele – doch die Künstler fehlen

Die Ruhrfestspiele in Recklinghausen eröffnen in diesem Jahr mit einem iranischen Flüchtlingsdrama in persischer Sprache mit Untertiteln. Vom 1. Mai bis zum 13. Juni steht das Festival unter dem Motto "Schock und Staunen" – doch die erste Produktion ist aufgrund von Reisebeschränkungen für iranische Künstlerinnen und Künstler unsicher.

Den Auftakt bildet "Das Kind" des iranischen Bühnenautors Naghmeh Samini, ein Stück über drei Frauen und ein Kind, die an einer europäischen Grenze gestrandet sind. Mit dabei ist die renommierte Schauspielerin Fatemeh Motamed-Arya, bekannt aus dem Iran-Irak-Kriegsfilm "Aba Jan". Doch ihre Teilnahme steht auf der Kippe.

Seit der Eskalation des Nahostkonflikts hat der Iran die Kontrollen über Kulturschaffende verschärft. Ein aktueller Bericht mit dem Titel "Der scharlachrote Winter" dokumentiert 50 Tage verschärfter Repression gegen regimekritische Stimmen. Die Restriktionen könnten den Schauspielerinnen und Schauspielern die Ausreise unmöglich machen.

Festivalleiter Olaf Kröck steht mit der Theatergruppe über WhatsApp in Kontakt und hat zudem das Auswärtige Amt eingeschaltet, um die Einreise nach Recklinghausen zu sichern. Falls die Truppe nicht anreisen kann, wird die Produktion abgesagt – eine Entscheidung, die Kröck selbst als Statement betrachtet.

Das übliche Festivalhaus, das "Große Haus", ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Stattdessen finden die Aufführungen in einem provisorischen Zelt mit fast 500 Plätzen statt. Das Programm umfasst mehrere Uraufführungen und Deutschlandpremieren, unter anderem mit Schauspielerinnen und Schauspielern wie Katja Riemann, Katharina Thalbach und Joachim Król. Die Büchner-Preisträgerin Ursula Krechel wird am 3. Mai die Eröffnungsrede halten.

Ob die Ruhrfestspiele wie geplant beginnen können, hängt nun davon ab, ob die iranischen Künstler einreisen dürfen. Kommen sie, erlebt das Publikum ein packendes Flüchtlingsdrama. Falls nicht, wird die Absage selbst zur stillen Protestaktion. So oder so wird das Festival die Herausforderungen zeigen, vor denen Künstlerinnen und Künstler unter politischem Druck stehen.