Iris Berben: Warum sie nach 20 Jahren Beziehung bewusst auf die Ehe verzichtet
Bekir KochIris Berben: Sahen Keinen Grund für Heirat - Iris Berben: Warum sie nach 20 Jahren Beziehung bewusst auf die Ehe verzichtet
Schauspielerin Iris Berben lebt seit fast 20 Jahren mit ihrem Partner Heiko Kiesow zusammen – ohne zu heiraten. Mit 75 Jahren hat sie nie das Bedürfnis verspürt, vor den Traualtar zu treten. Ihre Entscheidung spiegelt ein lebenslanges Bekenntnis zur Unabhängigkeit wider, geprägt von den gesellschaftlichen Umbrüchen der 1960er-Jahre.
Berben wuchs in einer Zeit auf, in der traditionelle Rollenbilder infrage gestellt wurden. Noch in den 1960er-Jahren benötigten Frauen in Deutschland die Erlaubnis ihres Ehemanns, um arbeiten zu dürfen – eine Regelung, die erst 1961 mit dem Verbot des Eheverbots für Beamtinnen abgeschafft wurde. Die politischen und sozialen Veränderungen jener Ära bestärkten sie darin, sich gegen konventionelle Erwartungen zu stellen.
Im Laufe der Jahrzehnte haben gesetzliche Reformen die Rechte der Frauen in Deutschland grundlegend verändert. Das 1977 verabschiedete Gleichbehandlungsgesetz verbot Diskriminierung am Arbeitsplatz, spätere Regelungen führten das Elterngeld (2001) und die Lohngerechtigkeit (durch das 2021 aktualisierte Entgelttransparenzgesetz) ein. Seit 2016 müssen Aufsichtsräte zu mindestens 30 Prozent mit Frauen besetzt sein.
Berben hat persönliche Freiheit stets über formale Bindungen gestellt. Zwar lehnt sie die Ehe nicht grundsätzlich ab, doch empfand sie sie nie als Notwendigkeit für ihr Leben. Ihre langjährige Beziehung zu Kiesow beweist, dass Partnerschaft auch ohne rechtlichen Rahmen gedeihen kann.
Ihre Haltung steht exemplarisch für den gesellschaftlichen Wandel seit den 1960er-Jahren. Rechtliche Fortschritte haben Frauen mehr Selbstbestimmung in Beruf und Familie ermöglicht. Für Berben bleibt Unabhängigkeit bis heute genauso wichtig wie die Welt.