17 June 2026, 16:22

Italo plant Fernverkehr in Deutschland – doch Regionalstrecken drohen Kürzungen

Gewerkschaft: Italo-Züge könnten Städte vom Fernverkehr abkoppeln

Italo plant Fernverkehr in Deutschland – doch Regionalstrecken drohen Kürzungen

Italo, ein Unternehmen der EVN-Gruppe, will bis 2028 Fernverkehrsverbindungen in Deutschland aufnehmen. Der private Bahnbetreiber plant, Züge auf wichtigen Strecken wie München–Frankfurt–Köln–Dortmund und München–Berlin–Hamburg einzusetzen. Doch es gibt Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf regionale Verbindungen und bestehende Angebote.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) warnt, dass der Markteintritt von Italo zu erheblichen Kürzungen im Regionalverkehr führen könnte. Martin Burkert, EVG-Vorsitzender, kritisierte, das Unternehmen könnte sich nur die lukrativsten Strecken „rosinenpickend“ herausgreifen. Er schlug vor, Italo solle auch in kleineren Städten wie Schwerin, Augsburg oder Jena halten, um die Regionalverbindungen zu stärken.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Deutsche Bahn teilt diese Sorgen. Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla forderte die Politik auf, klarere Wettbewerbsregeln festzulegen. Das Unternehmen warnte, dass weniger rentable Strecken gestrichen werden könnten, wenn gewinnträchtige Korridore an Konkurrenten vergeben würden. Bis zu 16 Städte könnten ihre ICE- und IC-Anbindungen verlieren, falls es dazu kommt.

Auch Christian Bernreiter, Bayerns Verkehrsminister, äußerte sich besorgt. Er verwies auf die Belastung der bestehenden Schienenkapazitäten, sollten neue Anbieter in den Markt eintreten. Die EVG schlug gebündelte Trassenvergabe-Lösungen vor, um sicherzustellen, dass Italo sowohl stark nachgefragte als auch regionale Strecken bedient.

Die Expansion von Italo könnte das deutsche Schienennetz grundlegend verändern. Die Pläne des Unternehmens für die Hauptkorridore könnten sich auf Regionalverbindungen und bestehende Angebote auswirken. Nun diskutieren Politiker und Branchenvertreter, wie Wettbewerb mit der Notwendigkeit flächendeckender Erreichbarkeit in Einklang gebracht werden kann.

Quelle