Jugendherbergen in Niedersachsen und Bremen mit Rekordübernachtungen – doch nicht alle profitieren
Franz-Xaver OderwaldJugendherbergen: Weniger Schulklassen, mehr Familienurlaube - Jugendherbergen in Niedersachsen und Bremen mit Rekordübernachtungen – doch nicht alle profitieren
Jugendherbergen in Niedersachsen und Bremen verzeichneten 2025 fast 1,1 Millionen Übernachtungen. Trotz dieser starken Leistung sah sich der Sektor jedoch mit Herausforderungen konfrontiert, darunter ein leichter Rückgang der Gesamtgastzahlen und die Schließung zweier langjähriger Standorte aufgrund finanzieller Belastungen.
Rund 50 Herbergen, die vom Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) betrieben werden, begrüßten im vergangenen Jahr etwa 380.000 Besucher. Schulklassen blieben mit 42,8 Prozent aller Aufenthalte die größte Gästegruppe. Allerdings gingen die Buchungen von Schulklassen um fast 5 Prozent zurück – bedingt durch eine kürzere Reisezeit und vorübergehende Schließungen für Modernisierungsarbeiten.
Familienurlaube verzeichneten hingegen einen moderaten Anstieg von 1,4 Prozent, begünstigt durch erweiterte Familienprogramme und verbesserte Serviceleistungen. Gleichzeitig profitierten mehrere Herbergen – etwa in Bremen, Borkum und Worpswede – von kürzlichen Sanierungen, was ihre Übernachtungszahlen steigerte.
Das Jahr brachte jedoch auch Schließungen mit sich: Die Jugendherberge in Uelzen stellte Ende 2025 den Betrieb ein, und der Standort Wingst wird zum Ende der Saison 2026 folgen. Beide Entscheidungen fielen nach stark gestiegenen Sanierungskosten, die eine Weiterführung unwirtschaftlich machten.
Der Sektor bleibt im Wandel: Während Familienaufenthalte zunehmen, gehen Schulbuchungen zurück. Modernisierte Häuser ziehen mehr Gäste an, doch der finanzielle Druck zwingt zur Schließung älterer Einrichtungen. Die Entwicklung zeigt sowohl Anpassungsfähigkeit als auch den anhaltenden Investitionsbedarf.